
Andy Warhol: Das Genie der Pop Art und die Fabrik, die die Welt auf den Kopf stellte
Andy Warhol: Das Genie der Pop Art und die Fabrik, die die Welt auf den Kopf stellte
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Der Maler, ein Genie, widmete seine ganze Seele der Gestaltung der berühmtesten Kapellendecke der Welt.
Erstaunlich, dass er über vier Jahre unter beinahe erstickenden Bedingungen an diesem Werk arbeitete.
Der Beginn einer Pop-Revolution: Anzeigen und Comics
1960 begann Andy Warhol, visuelle Elemente aus Anzeigen und Comics in seine Kunstwerke aufzunehmen.
Er behielt den Fokus auf diese Themen; seine frühen Gemälde der 1960er-Jahre basierten vorwiegend auf illustrierten Bildern der Printmedien und des Grafikdesigns.
Dieser Ansatz definierte neu, wie Kunst mit der Massenkultur in Dialog treten konnte.
Die Aufhebung der Grenze zwischen Kommerziellem und Künstlerischem war Jahrzehnte zuvor bereits von ikonischen Figuren der französischen Bohème erforscht worden: Der Tanz im Moulin Rouge von Toulouse-Lautrec
Andy Warhol hegte zeitlebens eine anhaltende Faszination für Hollywood.
Dies zeigte sich deutlich in seiner ikonischen Serie von Prominentenporträts, darunter Marilyn Monroe und Elizabeth Taylor.
Neue Medien entdecken: Film und Publikationen
Mit dem Wunsch, seine künstlerische Erkundung auf verschiedene Medien auszuweiten, begann Warhol 1963 mit Filmexperimenten.
Zwischen 1963 und 1976 schuf er rund 600 Filme.
Diese Produktionen reichten in ihrer Dauer von wenigen Minuten bis zu ambitionierten 24 Stunden.
Warhol veröffentlichte zudem seit den 1950er-Jahren Künstlerbücher.
Sein erstes massenproduziertes Buch, der bekannte Andy Warhol's Index, erschien 1967.
Die entscheidende Wende: Lexington Avenue und die Campbell’s Suppen
Im September 1960 zog Warhol in ein Haus in der 1342 Lexington Avenue im Upper East Side Manhattans.
Dieser Umzug markierte den Beginn seiner produktivsten Schaffensperiode.
Anders als im beengten Atelier seiner früheren Wohnung, die er mit seiner Mutter teilte, hatte er nun reichlich Platz, um ungehindert zu arbeiten.
Ende 1961 begann Warhol mit der Kreation seiner berühmten Serie der Campbell’s Suppendosen.
Die Serie nutzte verschiedene Techniken, doch die meisten Werke entstanden, indem er Ursprungsbilder auf die Leinwand projizierte, diese mit Bleistift nachzeichnete und schließlich Farbe auftrug.
Auf diese Weise eliminierte Warhol die meisten Spuren direkter manueller Intervention des Künstlers.
Die Ära des Siebdrucks und die „Factory“
1962 vertiefte Warhol seine Beschäftigung mit der Serigrafie.
Dieses Schablonenverfahren umfasste die Übertragung eines Bildes auf ein poröses Sieb, wobei die Farbe mittels einer Gummirakel aufgetragen wurde.
Diese Technik bot ein weiteres Malenmittel und eliminierte gleichzeitig die Spuren der Künstlerhand, ähnlich dem Vorgehen bei den Bildern der Campbell’s Suppendosen.
Mehr noch: Der Siebdruck ermöglichte ihm, das Motiv mehrfach im selben Bild zu wiederholen.
Dies führte zu einer Serienproduktion, die unmittelbar die Massenfertigung suggerierte.
Doch die große Frage nach der Kunst stand erst am Anfang:
1964 zog Warhol in die 231 East 47th Street und taufte den Ort „The Factory“.
Nachdem er bis dahin beträchtlichen Erfolg als Künstler erzielt hatte, konnte er mehrere Assistenten einstellen, die ihn bei der Umsetzung seiner Projekte unterstützten.
Dies stellte einen entscheidenden Wendepunkt in seiner Laufbahn dar.
Nun, mit der Unterstützung seines Teams, konnte er seine eigene Hand noch entschiedener vom kreativen Prozess auf der Leinwand zurückziehen.
Er begann, repetitive, massenproduzierte Bilder zu schaffen, die bewusst bedeutungslos erschienen.
Diese Werke provozierten die tiefgreifende Frage: Was macht Kunst zu Kunst?
Dies war eine Idee, die ursprünglich von Marcel Duchamp eingeführt worden war, einem Künstler, den Warhol zutiefst bewunderte.
Er entwickelte auch ein bahnbrechendes Projekt namens The Exploding Plastic Inevitable (EPI).
Dies war eine multimediale Produktion, die die Rockband The Velvet Underground mit Filmprojektionen, Licht und Tanz verband und in einem unvergesslichen sensorischen Erlebnis der Performance Art gipfelte.
Die Transgression durch Körper und Performance fand auch bei zentralen Figuren der modernen brasilianischen Kunst Anklang: Flávio de Carvalho
Neben seinen künstlerischen Beiträgen gründete Warhol zusammen mit seinem Freund Gerard Malanga die Interview Magazine.
Warhols Erbe: Wiederholung und Infragestellung
Es ist unbestreitbar, dass Warhol intensiv mit dem Medium Film experimentierte.
Zwischen 1963 und 1976 schuf er über 600 Filme, deren Spanne von wenigen Minuten bis zu 24 Stunden reichte.
Sein offizieller Einstieg in die Filmwelt erfolgte 1963, was ein neues Kapitel in seinem Streben nach künstlerischem Ausdruck markierte.
Mit der Unterstützung seiner Assistenten in der „Factory“ gelang es Warhol, seine manuelle Intervention noch stärker von der Leinwand zu entfernen.
Diese Strategie ermöglichte die Schaffung repetitiver, massenproduzierter Bilder, die bewusst bedeutungslos wirkten.
Sie forderten das Publikum auf, sich der grundlegenden Frage zu stellen: Was macht Kunst zu Kunst?
1967 veröffentlichte Warhol sein erstes Buch für die breite Öffentlichkeit, den einflussreichen Andy Warhol's Index.
Es sei darauf hingewiesen, dass er bereits seit den 1950er-Jahren Künstlerbücher herausgab, was seine konstante Leidenschaft für das gedruckte Wort unterstreicht.
Um das Verständnis für den Rest dieser kreativen Phase zu vertiefen, lesen Sie unseren nächsten Artikel:









