
Cícero Dias
Cícero Dias war ein bedeutender modernistischer Maler. Seine Arbeiten, eine Brücke zwischen der Kultur des Nordostens Brasiliens und der europäischen Moderne, hinterließen ein unvergessliches Erbe im brasilianischen Surrealismus.
Cícero Dias war ein bedeutender modernistischer Maler. Sein Werk zählt zu den essenziellen Beiträgen der brasilianischen Kunst zur surrealistischen Bewegung.
Kurzbiografie
Cícero dos Santos Dias erblickte am 5. März 1907 in Escada, Pernambuco, das Licht der Welt.
Früh zeigte er Talent für Zeichnung und Malerei. 1925 zog es ihn nach Rio de Janeiro; dort studierte er Architektur und Malerei an der Escola Nacional de Belas Artes. Schon 1928 folgte seine erste Einzelausstellung.
In dieser Zeit schuf er ein Wandbild, das als sein Meisterwerk gilt – Eu Vi o Mundo... Ele Começava no Recife (Ich sah die Welt... Sie begann in Recife). Ausgestellt wurde es im Salão Revolucionário da Escola de Belas Artes. Dieses Werk löste damals heftige Kontroversen und Proteste aus, setzte aber einen entscheidenden Meilenstein für die Geschichte des Modernismus in Brasilien. Es entstand als Gouache und Aquarell auf ockerfarbenem Packpapier. Der Künstler selbst äußerte dazu: "Was in mir lebte, war der Traum. Widersprüche, die die Natur schuf: das Unsichtbare und das Sichtbare."
1929 erhielt er ein Stipendium für Paris. Dort besuchte er die Académie de la Grande Chaumière und arbeitete als Assistent des Malers Fernand Léger.
In den 1930er-Jahren machte sich Cícero mit seinen surrealistischen Arbeiten einen Namen. Sie vereinten Elemente der nordostbrasilianischen Volkskultur geschickt mit europäischer Moderne.
1932 kehrte er nach Brasilien zurück. In seinem Atelier in Recife unterrichtete er fortan Zeichnen. Im Jahr darauf illustrierte er die Erstausgabe von Casa Grande & Senzala, Gilberto Freires wegweisendem Werk.
1937 beteiligte er sich an der Exposition Internationale de Paris. Dort fesselte sein Schaffen die Aufmerksamkeit von Kritikern und Publikum gleichermaßen.
Während des Zweiten Weltkriegs übersiedelte er nach New York. Dort war er als Illustrator und Innenarchitekt tätig. In dieser Phase durchlief sein Werk einen bemerkenswerten Stilwandel, weg von der Figuration hin zur Abstraktion.
1949 war er Teilnehmer der Exposition d'Art Mural im französischen Avignon.
In den 1950ern präsentierte er sich auf der Biennale in Venedig und 1953 auf der II Bienal de São Paulo. Gegen Ende dieses Jahrzehnts kehrte er nach Paris zurück, um seine Malerkarriere fortzusetzen.
1965 zeigte er auf der Biennale in Venedig eine Retrospektive seines vierzigjährigen malerischen Schaffens.
Die 1970er brachten ihm Einzelausstellungen in Recife, Rio de Janeiro und São Paulo.
1981 veranstaltete das Museu de Arte Moderna (MAM-SP) eine umfassende Retrospektive seiner Arbeiten.
1991 enthüllte er ein zwanzig Meter langes Wandbild in der Estação Brigadeiro der Metro São Paulo.
Im Laufe seiner Karriere wurden ihm zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen zuteil, darunter 1981 der Titel Chevalier de la Légion d’Honneur, verliehen durch die französische Regierung.
Cícero Dias verstarb am 28. Januar 2003 im Alter von 96 Jahren in Paris. Er hinterließ ein künstlerisch bedeutsames Erbe für die brasilianische Kunstgeschichte.
GALERIE
Cícero Dias schuf unermüdlich neue Welten. Und diese, unweigerlich, nahmen ihren Anfang in Recife. Er schrieb:
„In einem seltsamen Glanz, der alles durchbricht, mit dem metallischen Rauschen ihrer großen Flügel, werden die mächtigen Erzengel die Korallen entlang der Küste des Nordostens erblassen lassen. Korallen und noch mehr Korallen. Schön, rosa, rot. Sie kannten das Licht der Sterne. Lebendige Sternschnuppen, die den Weg zum ewigen Leben zeigten. Und, geschützt von einer himmlischen Sphäre, in einem Indigoblau gefärbt, fügten sich Formen und Farben zusammen.“ – Cícero Dias









