Surrealistisches Ölgemälde, das einen Mann von hinten zeigt, über dem eine wolkenförmige, menschliche Gestalt schwebt.
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Die menschliche Verfassung - René Magritte

Die menschliche Verfassung - René Magritte

A

Arthur

Historische Kuration

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Die menschliche Verfassung ist eine Gemäldeserie, die dem surrealistischen Bewegungsablauf des belgischen Malers René Magritte zugeordnet wird.

Zwei von Magrittes bevorzugten Motiven waren die „Fenstermalerei“ und die „Malerei innerhalb eines Gemäldes“.

Gemälde von René Magrittes 'Die menschliche Verfassung' aus dem Jahr 1933, das eine Staffelei vor einem Fenster zeigt.

Die menschliche Verfassung. René Magritte. 1933 – Öl auf Leinwand (100 x 81 cm)

Diese Gemälde, die stets denselben Titel tragen, zeigen jeweils eine Staffelei mit einer Leinwand, auf der ein frisch vollendetes Werk prangt.

Die reale Szene, die hier abgebildet ist, wird teilweise verdeckt. Dies erzeugt die Illusion, dass die Leinwand in der Komposition transparent wird.

Das dargestellte Szenario zeigt eine Staffelei, mitten in einem Raum platziert, direkt vor einem Fenster.

Auf der Staffelei befindet sich ein rahmenloses Landschaftsgemälde. Es scheint in allen Details der Landschaft zu entsprechen, die man außerhalb des Fensters erblickt.

Anfänglich geht man unweigerlich davon aus, dass das Gemälde auf der Staffelei jenen Teil der Landschaft darstellt, der vom Fenster aus verdeckt bleibt.

Doch nach einem Moment des Nachdenkens begreift man: Diese Annahme fußt auf einer falschen Prämisse. Nämlich, dass die Bilder im Gemälde real sind, während das Bild auf der Staffelei lediglich eine Repräsentation dieser Realität ist.

Tatsächlich gibt es keinen Unterschied, denn sie sind Teil desselben Gemäldes, derselben künstlerischen Schöpfung.

Vielleicht liegt es an diesem repetitiven Kreislauf, in dem der Betrachter, selbst wider besseres Wissen, das eine als real und das andere als reine Darstellung wahrnimmt.

In den beiden von uns gezeigten Gemälden ist der Umriss der Staffelei beinahe unsichtbar. Manche deuteten dies als Ausdruck der feinen Linie zwischen Realität und Wahrnehmung.

Dass das Gemälde im Bild das von Magritte gewählte Sujet teilweise verdeckt, mag bedeutsam sein. Es ist schließlich ein wiederkehrendes Motiv in seiner gesamten Schaffenszeit.

Man glaubt, dass für den Künstler, dessen äußeres Verhalten ein gänzlich anderes Inneres verbarg, eben dies die Inspiration für diese Werke lieferte.

Zweites Gemälde von René Magrittes 'Die menschliche Verfassung' aus dem Jahr 1935, das die gleiche Thematik behandelt.

Die menschliche Verfassung. René Magritte. 1935 – Öl auf Leinwand (100 x 81 cm) – Privatsammlung

Magritte war überzeugt: Realität ist letztlich eine Frage der Wahrnehmung.

In beiden Gemälden von Die menschliche Verfassung (The Human Condition) beispielsweise wird der Betrachter daran gehindert, das eigentlich gemalte Sujet zu erkennen. Es wird durch die eigene Malerei des Künstlers verdeckt.

Uns wird nur das gezeigt, was wir sehen dürfen. Nichts weiter.

Über das Leben äußerte Magritte einmal:

"Zeit und Distanz verlieren an Bedeutung, sobald die Wahrnehmung voranschreitet."


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