Rokoko-Ölgemälde: Eine junge Frau in prekärer Balance auf einer Holzschaukel, in zarten Pastelltönen und sanften Farben.
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Die Schaukel, von Jean-Honoré Fragonard

Jean-Honoré Fragonards Meisterwerk „Die Schaukel“ ist ein Inbegriff des Rokoko.

A

Arthur

Historische Kuration

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Die Schaukel ist ein Gemälde des französischen Künstlers Jean-Honoré Fragonard, entstanden 1767.

Die opulente Komposition zeigt eine typische Szene des Rokoko, jener Kunstrichtung, die im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte.

Es ist ein Öl auf Leinwand (64,2 x 81 cm), heute beheimatet in der Wallace Collection in London, Vereinigtes Königreich.

Im Jahr 1767 gab der Baron de Saint-Julien ein Gemälde in Auftrag, das ihn in Begleitung seiner Geliebten zeigen sollte – mit einer sehr präzisen Vorstellung der Szenerie.

Fragonard war damals noch ein junger Maler, als er diesen besonderen Auftrag annahm.

Auf den ersten Blick scheint das Gemälde ein harmloses Bild einer unschuldigen, spielenden jungen Frau zu sein. Doch schnell offenbart sich: Die Szene ist bewusst pikant, ja regelrecht hinterlistig.

Selbstporträt. 1770

Im Zentrum des Gemäldes sitzt eine Frau auf einer schwingenden Schaukel (diese galt damals als konventionelles Symbol der Untreue).

Ein älterer Mann im Hintergrund stößt sie an. Er ahnt nichts von der Anwesenheit eines jungen Verehrers im Gebüsch.

Der Cupido (ein klassisches Symbol der Liebe) legt einen Finger an die Lippen, um die beiden Venus-Figuren unter der Schaukel am Verraten des Spiels zu hindern. Der ausgestreckte linke Arm des jungen Mannes (des Barons) wiederum hat eine unmissverständliche Bedeutung.

Die ausgelassene Fröhlichkeit des Gemäldes wird noch verstärkt durch die Art, wie die Rüschen des Kleides der jungen Frau mit den Blattmustern der üppigen Vegetation verschmelzen, ebenso wie durch die strahlenden Pastellfarben und das sanfte Licht.

Dieser erotische Augenblick – dieses Meisterwerk der Rokoko-Kunst, das den Geist ästhetischer Raffinesse und aristokratischer Dekadenz unmittelbar vor dem Ausbruch der Französischen Revolution einfängt – beweist: In puncto Erotik ist Fragonard schlichtweg unübertroffen.

Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) war eine zentrale Figur der französischen Malerei des 18. Jahrhunderts, der heute zu den größten Rokoko-Künstlern überhaupt gezählt wird.

Er wurde von François Boucher ausgebildet, einem Meister des Alltagslebens und der Genremalerei. Mitte der 1760er-Jahre, indem er die von Jean-Antoine Watteau entwickelte Bildsprache neu interpretierte, spezialisierte sich Fragonard auf jene heiteren und erotischen Kompositionen, für die er heute so berühmt ist.

Seine zarte Farbpalette des 18. Jahrhunderts, der geistreiche Inhalt und die flinken Pinselstriche verliehen selbst seinen kühnsten, voyeuristischen Leinwänden eine wunderbare Atmosphäre unbeschwerter Freude.


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