Ölgemälde in warmen Brauntönen, das das Fresko der Sixtinischen Kapelle darstellt, mit gequälten Figuren und dramatischen Ausdrücken.
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Film: Agonie und Ekstase - Michelangelo

Ein klassischer Film, der die Schaffensperiode Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle meisterhaft beleuchtet. Eine tiefe Hommage an das Genie.

A

Arthur

Historische Kuration

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Der Film „Agonie und Ekstase“ ist ein herausragender Filmklassiker. Er schildert detailreich jene Zeit, als Michelangelo Buonarroti vom damaligen Papst Julius II. beauftragt wurde, die Decke der Sixtinischen Kapelle zu bemalen.

Michelangelo, dessen Rolle vom namhaften Schauspieler Charlton Heston verkörpert wird, war damals lediglich Bildhauer. Er sah sich zu dieser Aufgabe gezwungen, die ihn schließlich zur Ekstase eines der größten Werke der Menschheit führen sollte. Um den Maler naturgetreu darzustellen, ließ sich der Schauspieler eine Stahlstange an die Nase anlegen, damit sie Michelangelos gebrochener Nase ähnelte.

Szene 1 - Agonie und Ekstase - Michelangelo
Szene, die Michelangelos Anwendung der Freskotechnik bei den Malereien der Sixtinischen Kapelle darstellt.

Eine der Hauptfiguren, Papst Julius II., wird göttlich von Rex Harrison gespielt. Alles dreht sich um diese beiden, den Künstler und den Papst, als Letzterer Michelangelo beauftragt, die Decke der neuen Kapelle im Vatikan zu bemalen – eine Hommage an Sixtus IV. (Julius II. war der Neffe von Sixtus).

Angesichts der Macht der Kirche, die mittels ihrer Dogmen Seelen und Welt beherrschte – noch dazu im 16. Jahrhundert –, nahm Michelangelo den Auftrag widerwillig an. Er sah sich doch viel eher als Bildhauer denn als Maler! Doch angesichts der beträchtlichen Geldsumme für die Arbeit und da es sich um ein päpstliches Werk handelte, stellte sich Michelangelo der Herausforderung. So begannen die Arbeiten, die vier lange Jahre dauern sollten, um an der Kapellendecke die neun Episoden der Genesis zu offenbaren.

Papst Julius II. war sich Michelangelos Genialität sehr bewusst. Fast jeden Abend besuchte er die Kapelle, um den Fortschritt der Arbeiten zu begutachten und sich an der überwältigenden Schönheit zu laben.

Geplagt von einer Schaffenskrise beschließt Michelangelo, das Projekt aufzugeben. Er wirft Farbe über alles bereits Gemalte und flieht. Der Papst, der die Situation nicht hinnehmen will, befiehlt, ihn um jeden Preis zu finden.

Die päpstlichen Garden spüren das Renaissance-Genie in Carrara auf (von woher die Namen der Marmorsorten stammen). Dort wird er gefangen genommen und zurück in die Kapelle gebracht, um sein Werk zu vollenden. Michelangelo kehrt zurück und, wie der Filmtitel schon sagt, litt er Qualen, um ein Werk zu vollenden, das unendlich schien. Er wurde sogar krank, ans Bett gefesselt, doch er verfolgte seine Mission bis zum Schluss – bis er die Ekstase angesichts der außergewöhnlichen Schönheit seines Werkes erreichte.

Die Sixtinische Kapelle galt architektonisch als schlicht, wenngleich von antiken griechischen Tempeln inspiriert. Doch nach Michelangelos Malereien wurde sie zu einem der wertvollsten Schätze der Menschheit. Heute ist sie der Ort der Konklaven, jenem Ritual der katholischen Kirche, bei dem die Kardinäle zur Wahl eines neuen Papstes zusammenkommen.

 

TITEL: Agonie und Ekstase (The Agony and the Ecstasy, USA / Italien, 1965).

Regie: Carol Reed.
Drehbuch: Philip Dunne, basierend auf dem Werk von Irving Stone.
Musik: Original: Alex North, Jerry Goldsmith, Franco Potenza.
Kamera: Leon Shamroy. Schnitt: Samuel E. Beetley.

Besetzung: Charlton Heston (Michelangelo Buonarroti), Rex Harrison (Papst Julius II.), Diane Cilento (Gräfin de' Medici), Harry Andrews (Donato Bramante), Alberto Lupo (Herzog von Urbino), Adolfo Celi (Kardinal Giovanni de' Medici), Thomas Milian (der Maler Raffael)

Wichtige Auszeichnungen und Nominierungen:

– Oscar-Nominierung: Art Direction, Kamera, Kostüme, Filmmusik und Soundeffekte.
– Golden Globe-Nominierung: Drehbuch, Bester Darsteller in einem Drama (Rex Harrison).
– David di Donatello: Beste ausländische Produktion.

FILMSZENE:   DIE ERSCHAFFUNG ADAMS

Szene 2 - Agonie und Ekstase - Michelangelo

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