
Florbela Espanca: Leben, Leidenschaft und die ersten Verse einer bahnbrechenden Dichterin
Florbela Espanca: Leben, Leidenschaft und die ersten Verse einer bahnbrechenden Dichterin
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Florbela Espanca, eine bedeutende portugiesische Dichterin und Vorreiterin der feministischen Bewegung in Portugal, führte ein bewegtes, ja turbulentes Leben. Dieses prägte ihre erotischen, zutiefst weiblichen Werke.
Ihre exquisite künstlerische Sensibilität war ihr Markenzeichen; sie zeigte sich in Sonetten voller schmerzhafter Intimität und einer emotionalen weiblichen Erotik – etwas bis dahin Unerhörtes in der portugiesischen Literatur.

Flor Bela de Alma da Conceição, die später auch den Namen Flor Bela Lobo annahm, erblickte am 8. Dezember 1894 in Vila Viçosa (Alentejo) das Licht der Welt.
Als uneheliches Kind in der abgeschiedenen Provinzstadt Vila Viçosa im Alto Alentejo, Portugal, geboren, lebte Florbela Espanca ihr Leben mit einer Intensität, die viele ihrer Zeitgenossen schlichtweg für skandalös, ja leichtsinnig hielten.

1899 begann sie ihre Grundschulzeit in Vila Viçosa. Ihre ersten Gedichte, darunter das Sonett „A Vida e a Morte“, verfasst zwischen 1903 und 1904, widmete sie ihrem Bruder Apeles.
1908 verlor sie ihre Mutter Antónia, die mit nur neunundzwanzig Jahren verstarb. Florbela hatte diesen Verlust wohl geahnt; bereits ein Jahr vor dem Tod ihrer Mutter schrieb sie ihre erste Kurzgeschichte mit dem Titel 'Mamã' (Mama).
Sie besuchte das Liceu André de Gouveia in Évora bis 1912. Bemerkenswert ist, dass sie zu den ersten Frauen in Portugal gehörte, die eine höhere Schulbildung genossen.
1913 heiratete sie in Évora Alberto de Jesus Silva Moutinho, ihren ehemaligen Schulkameraden. Das junge Paar lebte zunächst in Redondo. Doch nur zwei Jahre später zogen sie, geplagt von finanziellen Nöten, ins Haus der Familie Espanca nach Évora.
1916, zurück in Redondo, trug die Dichterin eine Auswahl ihrer seit 1915 entstandenen lyrischen Werke zusammen. Damit läutete sie das Projekt „Trocando Olhares“ (Blicke austauschen) ein.
Bereits mit achtzehn Jahren, nach der Scheidung von ihrem ersten von drei Ehemännern, goss Espanca ihre tiefsten Gefühle in lyrische Verse und Kurzgeschichten. Diese waren stark von der damals populären, dekadenten symbolistischen Literatur geprägt. Jene frühen Werke sollten erst 1931 posthum erscheinen.
„Meine Welt ist nicht wie die der anderen; ich will zu viel, ich fordere zu viel. Eine unstillbare Sehnsucht nach dem Unendlichen, eine stete Angst wohnt in mir, die ich selbst nicht ganz begreife. Denn ich bin weit davon entfernt, Pessimistin zu sein; ich bin vielmehr eine Hingerissene, mit einer intensiven, leidenschaftlichen, geplagten Seele – eine Seele, die sich dort, wo sie ist, nicht wohlfühlt, die Sehnsucht hat… ich weiß nicht wonach!“ - Florbela Espanca
1917 zog es sie nach Lissabon, wo sie an der Universität Lissabon Jura studierte und zum zweiten Mal heiratete. Bei ihrer Immatrikulation zählte sie zu den vierzehn Frauen unter dreihundertsiebenundvierzig eingeschriebenen Studenten – eine beeindruckende Zahl für die damalige Zeit. Im Folgejahr erlitt Florbela eine Fehlgeburt, deren Nachwirkungen sich in Infektionen an den Eierstöcken und der Lunge zeigten.
1919 verfasste sie ihren ersten Gedichtband, Livro de mágoas (Buch der Sorgen), der jedoch von den Kritikern kaum beachtet wurde. Obschon diese Gedichte Espancas beträchtliches Talent bereits erahnen ließen, war darin auch deutlich der Einfluss ihres Mentors, Antonio Nobre, zu spüren.
Um den Rest dieser Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Florbela Espanca: Vermächtnis, Werke und die Kraft ihrer zeitlosen Poesie.
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