
Henri Matisse: Ein Leben im Banne der Farbe. Das Erbe der Rosenkranzkapelle und eine essenzielle Werkschau.
Henri Matisse: Ein Leben im Banne der Farbe. Das Erbe der Rosenkranzkapelle und eine essenzielle Werkschau.
Sein letztes, grandioses Werk war die Ausgestaltung der Rosenkranzkapelle. Diese Kapelle, in Vence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur gelegen, wurde zwischen 1949 und 1951 für das Dominikanerinnenkloster vom Architekten Auguste Perret errichtet. Da Henri Matisse sie vollständig dekorierte, wurde sie bald auch als „Matisse-Kapelle“ bekannt. Dort hinterließ der Künstler seinen unverwechselbaren Stil in den Glasfenstern und den Kacheln.
Für Matisse selbst verkörperte sein Vence-Werk, wie er es formulierte, „eine Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit und der Ruhe.“ Schwer gezeichnet von Krankheit, konnte der Künstler bedauerlicherweise 1951 an der Einweihung nicht teilnehmen. Er hinterließ jedoch diese Zeilen:
„Ich suchte nicht die Schönheit, ich suchte die Wahrheit. Ich präsentiere Ihnen demütig die Rosenkranzkapelle der Dominikanerinnen von Vence... Dieses Werk forderte mir vier Jahre erschöpfender und beharrlicher Arbeit ab. Es ist das Ergebnis eines ganzen aktiven Lebens, und ich betrachte es, trotz aller Unvollkommenheiten, als ein Meisterwerk.“
1952 wurde in seiner Heimatstadt das Henri Matisse Museum eröffnet.
Zwei Monate vor seinem fünfundachtzigsten Geburtstag verstarb er am 3. November 1954 in Nizza, wo er auf dem Cimiez-Friedhof seine letzte Ruhe fand.
EINE WERKGALERIE:
- GEMÄLDE
Luxus, Stille und Sinnlichkeit – Für dieses Gemälde ließ sich Matisse vom Pointillismus seines Freundes Paul Signac inspirieren. Es war eine frühe Andeutung des Fauvismus. Das Bild ist zugleich eine Hommage an Paul Cézanne, eine bewusste Anspielung auf dessen „Badende“.
Dieses Porträt von Madame Matisse, in reinen Farbtönen komponiert, entwickelte sich zum Wahrzeichen der Fauvismus-Bewegung. Seinen Namen erhielt es durch den kühnen, grünlich-gelben Streifen, der unter den blauen Haaren das intensive Gesicht vertikal in eine schattige und eine lichte Seite teilt.
Großes rotes Interieur – Dies ist eines von Matisses letzten Ölgemälden, die ultimative Synthese seines gesamten Schaffens.
2 – SCHNITT- UND KLEBEARBEITEN – „LA PERRUCHE ET LA SIRÈNE“ gehört zum ‚abstrakten Expressionismus‘ und ist Teil einer Reihe von Schnitt- und Klebearbeiten, die Matisse ab 1940 begann. Der Künstler wählte diese Methode, um auch in seinen letzten Lebensjahren weiterhin künstlerisch tätig zu sein und die Kunst nicht aufzugeben. Dieses Werk heben wir hervor, da es eines der besten Beispiele dieser Technik ist. Das gesamte Werk zeigt ausgeschnittene Formen in kontrastierenden Farben auf einer weißen Oberfläche.
.... UND DIE BERÜHMTESTE: ‚BLAUER AKT‘









