
OS GÊMEOS: Biografie und Werk: Der Weg von Gustavo und Otavio Pandolfo
OS GÊMEOS: Biografie und Werk: Der Weg von Gustavo und Otavio Pandolfo
OS GÊMEOS – so stellen sie sich auf ihrer offiziellen Website selbst vor.
Hinter diesem Namen verbirgt sich ein unzertrennliches, ja geniales Duo der Straßenkunst: Zwillingsbrüder, identisch in Erscheinung und kreativem Geist.
Unter diesem Namen, stets Hand in Hand arbeitend, eroberten sie die Welt des Graffitis und der Kunst. Ihr unverwechselbarer Stil machte sie zu den bedeutendsten und einflussreichsten Graffiti-Künstlern ihrer Generation.
„Wir ergänzen uns. Einer vollendet den Gedanken des anderen, unaufhörlich. Unser kreativer Prozess ist uns so selbstverständlich, dass es schwerfällt, ihn zu erklären. Es ist, als gäbe es ein unsichtbares Band; wir werden immer verbunden sein, selbst wenn wir räumlich getrennt sind. Eine ewige Verbundenheit.“ OS GÊMEOS
OS GÊMEOS: BIOGRAFIE
Gustavo und Otavio Pandolfo erblickten am 29. März 1974 in São Paulo das Licht der Welt.
Ihre Kindheit und Jugend verbrachten sie im Viertel Cambuci. Dort, in diesen prägenden Jahren, waren sie vielfältigen, von der Straße beeinflussten kulturellen Strömungen ausgesetzt.
Als Ende der 80er-Jahre die Hip-Hop-Bewegung in Brasilien aufkam und sich ausbreitete, spürten die Zwillinge deren tiefgreifenden Einfluss. Sie begannen als Breakdancer, dann folgten ihre ersten Schritte im Graffiti.
Der anfängliche Stil ihrer Straßenkunst musste sich jedoch erst noch formen. Es mangelte noch an der Konsistenz und den künstlerischen Referenzen, die sie später so meisterhaft einsetzen würden.
Dabei bewiesen sie eine unglaubliche Vielseitigkeit im Umgang mit den Medien. Sie nutzten nicht nur Sprühfarbe, sondern griffen auch zu Autolack oder Latexfarbe, wenn geeignetes Material fehlte. Obwohl ihre Ausdrucksweise noch eine gewisse Unbeständigkeit zeigte, erwies sich das Duo als fantasievoll und außerordentlich vielversprechend.
1993 entzündete ein Treffen mit dem amerikanischen Künstler Barry McGee, alias Twist, der für ein Projekt in São Paulo war, ein neues Feuer in der künstlerischen Perspektive der Brüder. Damals, mit 19 Jahren, dekorierten die jungen Männer bereits Geschäfte für Werbezwecke. Twist präsentierte ihnen zahlreiche Fotografien von Graffiti aus den USA, teilte sein Wissen über verschiedene Techniken, wichtige Kontakte und wertvolle Erfahrungen.
1995 ergab sich dann die Gelegenheit für ihre erste experimentelle Straßenkunst-Ausstellung im Museu da Imagem e do Som – dem bedeutenden MIS in São Paulo.
Als ihr Stil reifte, wurden Os Gemeos eingeladen, ihre Arbeiten in München zu präsentieren. Dort, in Deutschland, erregten sie sogleich internationale Aufmerksamkeit aus anderen europäischen Ländern.
Anfang der 2000er-Jahre erhielten sie Einladungen, an einem Projekt zur Gestaltung von Wandgemälden in Bahnhofs- und U-Bahnstationen ihres Heimatstaates mitzuwirken. Sie bemalten sogar eine komplette Zugkomposition – etwas, das in Brasilien normalerweise undenkbar war.
2003 reisten sie um die ganze Welt, engagierten sich in zahlreichen kollaborativen Straßenkunstprojekten. Daraufhin folgte schließlich ihre erste amerikanische Einzelausstellung in der Galeria de Lojas de Bagagem in San Francisco, USA.
In dieser Zeit und bis zum Ende desselben Jahrzehnts begannen sie, atelierorientierte Kunstwerke zu schaffen. Diese sollten in der zeitgenössischen Kunstszene Beachtung finden, anstatt lediglich subversiv Mauern und Fassaden zu zieren.
Ihre fantasievollen Kreationen reichten fortan über die Grenzen der Straße hinaus. Ihre Kunst nahm eine neue Form an, als sie begannen, Skulpturen zu fertigen und sich dreidimensionalen Werken zuzuwenden.
In den 2010er-Jahren wuchs die Popularität der Zwillinge unaufhörlich. So nahmen sie beispielsweise am Fame Festival in Grottaglie, Italien, teil.
2012 waren sie Teil einer Ausstellung im renommierten Institute of Contemporary Art in Boston, USA.
Diese galt ihnen als überaus besonders, da es ihre erste Einzelausstellung war.
2014 revolutionierten sie ihre Kunst durch Installationen, die sie neben Malereien und Skulpturen in einer glanzvollen Ausstellung in ihrer Heimatstadt, der Galeria Fortes Vilaça, präsentierten. Die Schau trug den Titel „A Ópera da Lua“ (Die Mondoper). Im selben Jahr bemalten OSGEMEOS im Rahmen eines Projekts für die Fluggesellschaft Gol ein Flugzeug, das die brasilianische Fußballnationalmannschaft während der Weltmeisterschaft beförderte.
Heute zählen sie zu den vielversprechendsten Teams von Wandmalern und Graffiti-Künstlern weltweit und sind ständig auf einer Vielzahl von Ausstellungen präsent.
Das Publikum schätzt ihren Stil: gigantische gelbe Figuren – witzig, grotesk, zugleich aber liebenswert und kindlich, symbolträchtig und sanftmütig. Sie leuchten in einer lebendigen Farbpalette und stellen eine unmittelbare Verbindung zum Betrachter her.
Sie sind auf Kunstmessen, in Ateliers und Galerien präsent, und arbeiten weiterhin mit anderen Graffiti-Künstlern an Straßenwandgemälde-Projekten zusammen.
Diese zwei Geister fließen künstlerisch ineinander, schöpfen aus allen Farben und Geschmäckern ihrer Imagination.
Sie sind überzeugt: Für Träume ist alles möglich.
Design-Inspiration schöpfen sie aus der Reflexion ihrer inneren Realität und der umgebenden Fantasie.
OS GÊMEOS nutzen die Flügel ihrer Vorstellungskraft, um exotische Destinationen und die illusorischen Orte ihrer Gedanken zu bereisen.
GALERIE
Um den Rest dieser Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: OS GÊMEOS: Biografie und Werk: Hauptwerke und prägende Ausstellungen.










