
Maurits Cornelis Escher: Kindheit, Werdegang und die ewige Jagd nach dem Unendlichen
Einblicke in das Leben von Maurits Cornelis Escher: Von seiner Kindheit über seine künstlerische Prägung bis hin zu seiner lebenslangen Faszination für das Unendlichen.
Maurits Cornelis Escher war einer der bedeutendsten Grafiker des 20. Jahrhunderts. Seine bahnbrechenden Werke erforschten Wahrnehmungsmuster, Raum und Transformation.
Man kennt ihn für seine detailverliebten, fast schon hyperrealistischen Drucke. Diese Bilder erreichen oft bizarre optische und konzeptuelle Effekte. Ja, er hatte einfach einen Stil, der unverwechselbar war.
Er passte in keine der Schubladen der Kunstgeschichte, obwohl manche Kritiker sein Werk dem Surrealismus zuordnen.
Biografie
Maurits Cornelis Escher erblickte am 17. Juni 1898 das Licht der Welt – in Leeuwarden, Holland. Er war das jüngste von fünf Kindern von Sarah und George Escher.
Schon als Kind besaß Maurits diese besondere Gabe, räumliche Muster klar vor sich zu sehen. Obwohl er sich in vielen seiner früheren Studien nicht gerade auszeichnete, besuchte er später die Schule für Architektur und Dekorative Künste in Haarlem.
Dort entschied sich Escher auf Empfehlung seines Mentors, Samuel Jessurun de Mesquita, sich auf grafische Künste zu spezialisieren.
Sein frühes Werk umfasste Akte und innovative Porträts. Er schuf sie in Holzschnitten, Linolschnitten und Lithografien. Dazu gehören auch die miteinander verbundenen Acht Köpfe aus dem Jahr 1922.

Maurits Cornelis Escher reiste Anfang der 1920er Jahre ans Mittelmeer. Dort beeindruckten ihn die Wunder des von Mauren erbauten Alhambra-Palastes in Granada, Spanien, zutiefst.
Im Jahr 1923 begegnete er Jetta Umiker. Schon im Folgejahr heirateten sie und bekamen später drei Kinder.
Die Familie ließ sich in Rom, Italien, nieder. Escher schuf dort Druckgrafiken, die Naturlandschaften einfingen. Dabei spielte er auf erstaunliche Weise mit Perspektive, Ausrichtung und Schatten.
Auch wandte er sich menschlicheren Themen zu. Dazu gehören eine Darstellung seiner Frau aus dem Jahr 1925 und verschiedene Selbstporträts, etwa Hand With Reflecting Sphere (Hand mit spiegelnder Kugel) von 1935.
Werke und Einflüsse
1935, als der Faschismus in Italien erstarkte, zogen die Eschers in die Schweiz. Doch schon bald darauf unternahmen sie eine Seereise nach Spanien. Dort kehrten sie zum Alhambra-Palast zurück und besuchten die Mezquita von Córdoba.
Aus der tiefen Bewunderung für die Mosaike der arabischen Paläste entwickelte Escher eine eigene Technik. Sie erlaubte ihm, Figuren und Formen nahtlos in Polygone einzufügen, ohne die ursprüngliche Fläche zu verändern.
Für Escher war es eine mathematische Herausforderung, den Raum (dreidimensional) auf einer Ebene (zweidimensional) darzustellen. Diese Aufgabe mündete in fantastischen Werken voller optischer Illusionen.
In der Mezquita ließen ihn die komplexen Muster der Bauwerke nicht mehr los. So fokussierte er seine Arbeit verstärkt auf Mosaikmuster und sich wiederholende Designs. Oft zeigen diese verwobene, sich überlappende Bilder, die sich in etwas Neues verwandeln – wie wir es in seiner Reihe „Metamorphose“ deutlich sehen können.
Nachkriegszeit
1937 war die Familie nach Belgien umgezogen. Doch mit dem Einmarsch der Nazis flüchteten sie 1941 in die Niederlande.
Ab 1940 beschäftigte Escher sich mit der Idee, das Unendliche im endlichen Raum darzustellen.
Er wollte über die bloße Perspektive hinausgehen und den unendlichen Raum auf dem zweidimensionalen Papier erschaffen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist sein Stich Immer kleiner.
Spätwerk
Escher schuf weiterhin surrealistische Landschaftsbilder. Dazu zählen Werke wie Up and Down – 1947 (Auf und Ab), Drawing Hands – 1948 (Zeichnende Hände), Gravity – 1952 (Schwerkraft), Relativity – 1953 (Relativität), Print Gallery – 1956 (Graphische Galerie) und Ascending and Descending – 1960 (Auf- und Absteigend).
Zwischen 1962 und 1970 arbeitete er, abgesehen von periodischen gesundheitlich bedingten Pausen, stets mit großer Regelmäßigkeit. Mehrere Operationen zwangen ihn immer wieder dazu, sich von seinem Künstlerleben zurückzuziehen.
Nach einer Reihe von Operationen zog er schließlich in das Seniorenheim Rosa Spier Huis in Laren, im Norden Hollands.
Obwohl sein Gesundheitszustand sehr zerbrechlich war und viel Pflege erforderte, erlebte er noch die Veröffentlichung des Buches „The World of M. C. Escher“. Am 27. März 1972, kurz vor seinem 74. Geburtstag, verstarb er im Hilversum Hospital in Laren, Holland.
Vermächtnis
Escher wurde nicht nur zu einem international gefeierten Künstler mit zahlreichen Ausstellungen. Er fand auch Unterstützung bei Mathematikern und Wissenschaftlern. Viele seiner präzise durchdachten Arbeiten verkörperten Konzepte der Geometrie, Logik, des Raums und des Unendlichen.
Er hinterließ ein Vermächtnis von über 2.000 Werken. Bis heute werden seine Arbeiten ausgestellt und hochgeschätzt.
Zahlreiche Gelehrte tauchen immer wieder in die mathematischen Implikationen seiner einzigartigen und eigenwilligen Kunst ein.
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Um den weiteren Verlauf dieser Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Maurits Cornelis Escher: Ästhetik, Techniken und visionäre Werke (Teil 1).









