
Pedro Américos Biografie: Eine kommentierte Galerie seiner ikonischen Werke
Pedro Américos Biografie: Eine kommentierte Galerie seiner ikonischen Werke
Faust und Margarete – Aus Goethes Werk stammend, wurde dieses Gemälde auch zur Inspirationsquelle für andere Schriftsteller, Maler und Musiker. Eine wahrhaft vielschichtige Schöpfung.
Pedro Américo versäumt es nicht, die Gestalt Mephistopheles’ hervorzuheben, der die Szene im Hintergrund, rechts, aufmerksam beobachtet.

Die Carioca – Dies ist bereits die zweite Fassung unter demselben Titel.
Die erste Fassung vollendete er um 1863. Es war ein Gemälde einer nackten Frau, die die indigene Bevölkerung Brasiliens symbolisieren sollte – ein kühner Schritt für seine Zeit.
Der Maler beabsichtigte wohl, das klassische Motiv einer Nymphe aus der griechischen Mythologie in ein brasilianisches Thema umzuwandeln.
Das Werk erhielt eine Goldmedaille. Er beschloss, das Gemälde dem brasilianischen Kaiser Pedro II. zu überreichen, der seine Ausbildung in Europa finanziert hatte.
Sein Geschenk fand jedoch bei den Hofbeamten keinen Anklang. Sie waren schockiert von der vollkommenen frontalen Nacktheit und hielten das Gemälde für äußerst unmoralisch und unpassend für die Palastwände.
So wurde es dem Künstler zurückgegeben, der bereits nach Florenz gezogen war.
Das Gemälde fand schließlich seinen Weg zum Kaiser Wilhelm von Preußen.
Im Jahr 1882, zwanzig Jahre später, schuf Pedro Américo diese Version des Gemäldes, die heute im Museu Nacional de Belas Artes in Rio de Janeiro zu bewundern ist.

Moses und Jochebed – Dieses Gemälde erzählt die Geschichte des Alten Testaments, genauer gesagt schildert es Jochebeds Porträt und ihr erschütterndes Dilemma angesichts der Nachricht, dass der ägyptische Pharao alle männlichen hebräischen Säuglinge töten lassen wollte.
Sie hatte gerade einen Sohn, Moses, zur Welt gebracht. Überzeugt, dass er ermordet werden würde, nahm sie einen Korb, dessen Boden sie mit Teer abdichtete, um ihn wasserdicht zu machen.
Dann setzte sie das Baby in den Korb und überließ es den Fluten des Nils, am Ufer.
Die Geschichte berichtet, wie die Tochter des Pharaos im Fluss badete. Eine ihrer Dienerinnen entdeckte den Korb und brachte ihn ihr.
Auf dem Gemälde sehen wir die Mutter am Flussufer, ihr Baby bei sich. Sie ringt mit der schmerzlichen Entscheidung, die sie getroffen hat, traurig, spürt den Abschied, ohne die Zukunft ihres Kindes zu kennen.

Der gevierteilte Tiradentes – Dieses Gemälde, das das tragische Schicksal Tiradentes’ zeigt, zieht eine Analogie zum Tod Christi am Kreuz. Wir erkennen dies an der Darstellung eines Kruzifixes neben seinem enthaupteten Kopf, das auf die religiösen Werte verweist, die Tiradentes zu Lebzeiten möglicherweise besaß.

Standort: Museu Mariano Procópio, Juiz de Fora (MG)
GALERIE – KOMMENTIERTE KUNST










