
Tomie Ohtake – Biografie und Werk: Eine Reise von der Einwanderung zur Abstraktion
Tauchen Sie ein in das Leben von Tomie Ohtake, einer Künstlerin, die von Japan nach Brasilien kam und dort zu einer der wichtigsten Stimmen der Abstraktion wurde. Ihre Kunst ist ein Spiel aus Form, Farbe und Linie, das bis heute fasziniert.
Tomie Ohtake, eine in Japan geborene und später in Brasilien eingebürgerte Künstlerin, gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der abstrakten Kunst in Brasilien. Ihr Schaffen? Eine unermüdliche Entdeckungsreise der Grundelemente der Komposition: Farbe, Linie und Form. Das ist die Essenz ihrer Abstraktion.
BIOGRAFIE
Tomie Ohtake erblickte am 21. November 1913 in Kyoto, Japan, das Licht der Welt. Im Jahr 1936, gerade einmal 23 Jahre jung, brach sie zu einer Reise nach Brasilien auf. Der Anlass: ein Besuch bei einem ihrer fünf Brüder, die dort lebten. Sie ahnte nicht, dass aus diesem vermeintlich kurzen Besuch eine dauerhafte Reise werden sollte. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte ihre Rückkehr in die Heimat.
Sie beschloss, in Brasilien zu bleiben, heiratete und bekam zwei Söhne, Ruy und Ricardo Ohtake, die beide später Architekten wurden.

In Brasilien führte sie ein beschauliches Leben, widmete sich ihren Kindern. Doch um 1950, angeregt durch die japanische Künstlerin Keiya Sugano, begann sie zu malen. Anfangs noch Landschaften, doch das sollte sich ändern.
Tomie Ohtake ließ sich schließlich ganz auf den Abstraktionismus ein. Eine Bewegung, die sie bis zum Ende ihrer beeindruckenden künstlerischen Laufbahn begleitete.
Ihre Karriere hob in den 1960er-Jahren richtig ab. Sie stellte in zahlreichen Einzelausstellungen aus, erhielt Auszeichnungen auf fast allen brasilianischen Kunstsalons, an denen sie teilnahm. Ein kometenhafter Aufstieg.
Ab den 1970er-Jahren widmete sich Tomie Ohtake auch der Druckgrafik. Sie schuf Siebdrucke und Lithografien, was ihr Gesamtwerk bemerkenswert erweiterte und neue Dimensionen eröffnete.
Nun traten in ihrer Malerei die geschwungenen Linien hervor, die sie zuvor kaum genutzt hatte. Sie verliehen den Werken eine ganz neue Idee von Bewegung und Dynamik.
Zwar ist Tomie Ohtake vor allem für ihre Malerei, Druckgrafik und Skulptur bekannt. Doch in den 1980er-Jahren leistete sie dem Land einen besonderen Dienst: Sie schuf über dreißig öffentliche Kunstwerke in verschiedenen brasilianischen Städten. Ein seltener, bemerkenswerter Erfolg für eine Künstlerin in Brasilien.
Tomie Ohtake entwarf das Bühnenbild für die Oper Madame Butterfly – zuerst im Teatro Municipal do Rio de Janeiro und 2008 erneut in São Paulo.

Um den weiteren Verlauf dieser bemerkenswerten Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Tomie Ohtake – Biografie und Werk: Nationale Anerkennung, das Institut und die Innovation.
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