Postimpressionistisches Ölgemälde von Vincent van Gogh, ein Selbstporträt mit Schnurrbart und introspektivem Blick, in lebhaften Blau- und Gelbtönen.
Post-Impressionismus Archiv

Vincent van Goghs Selbstporträts

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt von Vincent van Goghs Selbstporträts. Diese Werke geben nicht nur Einblick in seine künstlerische Entwicklung, sondern auch in seine tiefsten Gefühlswelten und seinen unermüdlichen Kampf um Ausdruck.

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Arthur

Historische Kuration

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Ich lade Sie ein, in Vincent van Goghs Selbstporträts einzutauchen – eine Werkreihe, die nicht bloß die Entwicklung seines künstlerischen Stils widerspiegelt, sondern ebenso seine seelische und psychologische Wanderschaft.

Van Gogh schuf im Laufe seines Lebens über 30 Selbstbildnisse, in denen er unterschiedlichste Ausdrucksformen und Gemütszustände festhielt.

Von den frühen, dunkleren und introspektiveren Selbstporträts bis hin zu den späteren Arbeiten, in denen er mit leuchtenden Farben und energischen Pinselstrichen experimentierte, offenbaren diese Werke die ganze Vielschichtigkeit seiner Persönlichkeit und seine unermüdliche Suche nach künstlerischem Ausdruck.

Beim Betrachten von Van Goghs Selbstporträts werden wir Zeugen. Wir sehen nicht nur die Verwandlung eines Künstlers, sondern auch den Ringkampf eines Mannes, der nach seiner eigenen Identität und einem Sinn im Leben suchte.

Vincent van Gogh, der niederländische Maler (1853-1890), zählt zweifellos zu jenen Künstlern, die sich am häufigsten selbst porträtierten. Die schiere Fülle an Selbstbildnissen in seinem Œuvre – 35 zwischen 1886 und 1889 gemalte wurden katalogisiert – in Verbindung mit seiner eigenen Körperbeziehung, findet ihren tragischen Höhepunkt im traurigen Ereignis der Ohrmutilation, die er später auch malerisch festhielt.

All dies positioniert Van Gogh als den Künstler, der den eigenen Körper als ureigenes Material der Kunst einführte.

Für Vincent bedeutete das Malen des eigenen Ichs mehr als nur ein Kunststil; es war eine Methode, seine künstlerischen Fähigkeiten zu verfeinern und sich selbst besser zu begreifen. All das geschah durch den intensiven, introspektiven Prozess, dem er sich hingab – stundenlang verweilte er vor dem Spiegel, betrachtete sich kritisch.

Selbstporträts von Vincent van Gogh

Nach seinem Krankenhausaufenthalt am 6. Januar 1889 fertigte Vincent dieses Selbstporträt an.

Die Präsenz des Berges Fuji  in diesem Gemälde verweist auf den tiefgreifenden Einfluss der japanischen Kunst, speziell jener Druckgrafiken aus diesem Land.

Uns fällt die glatte, bartlose Haut ins Auge; die übermäßige Magerkeit deutet auf seine fragile Gesundheit hin. Der Blick indes, er spricht Bände über seinen depressiven Zustand.  

Selbstporträt des Künstlers ohne Bart

Selbstporträts von Vincent van Gogh

Dieses Selbstporträt entstand im Irrenhaus von Saint-Remy, wo Van Gogh nach schrecklichen Krisen mit mehreren Suizidversuchen und starken Halluzinationen untergebracht war.

Lange Zeit verließ er sein Zimmer nicht. Er konnte nur wenige Selbstporträts malen, dieses hier ist eines davon.

Auf dieser Leinwand zeigt er sich in ruhigen Farben, doch der Blick verrät eine gewisse Beklemmung.

Van Gogh starb verarmt und hatte zu Lebzeiten kaum ein Werk verkauft. Heute jedoch erzielen seine Gemälde die höchsten Preise auf dem Kunstmarkt.

Selbstporträt

Selbstporträts von Vincent van Gogh

Dies war das letzte seiner Selbstporträts, das er während seines Aufenthalts im Asyl von Saint-Rémy malte – dorthin begab er sich im Mai 1889 aus eigenem Wunsch.

Fünf Monate zuvor hatte er sich mit dem Maler und Freund Paul Gauguin zerstritten und sich das eigene Ohr verletzt.

Seine Gemälde aus dieser Phase offenbaren eine tiefe Auseinandersetzung mit Bewegung, die sich in durchgängigen, wellenförmigen Kurven manifestiert.

Doch erneut behauptet die Farbe ihr Eigenleben, zeigt sich oft unabhängig von den vom Künstler gemalten Formen.

So auch in diesem Bild: Ein Hintergrund, bedeckt von blauen und grünen Spiralen, lässt die Kleidung des Künstlers förmlich darin aufgehen. Und obwohl Blau und Grün häufig in seinen Arbeiten auftauchen, wurden diese Farben hier nicht zufällig gewählt: Die Vereinigung der Hintergrundtöne mit den Wandkurven erzeugt ein spannungsgeladenes Bild, das die geistige Verwirrung des Malers unmittelbar übermittelt.

Sein Gesicht tritt hervor, geprägt vom roten Bart, den angespannten Zügen und einem starren Blick, der eine tiefe Introspektion andeutet. Es wirkt, als sei er so sehr in eigene Gedanken versunken, dass sein Blick sich in einer undefinierten Leere verliert.

Als er das Bild an seinen Bruder Theo sandte, schrieb Vincent:

„Ich hoffe, dir fällt auf, dass der Ausdruck meines Gesichts ruhiger geworden ist, obgleich der Blick, so scheint mir, weniger fest als zuvor ist.“ 

Vincent van Goghs Selbstporträts – Eine Galerie:

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