
Selbstporträts - Paul Cézanne
Selbstporträts - Paul Cézanne
Ich lade Sie ein, in die Selbstporträts Paul Cézannes einzutauchen, eines der bedeutendsten Künstler der Kunstgeschichte.
Cézannes Selbstporträts fesseln nicht allein durch die herausragende Technik des Meisters. Vielmehr offenbaren sie, wie er sich Zeit seines Schaffens mit der Selbstdarstellung auseinandersetzte.
Wer Cézannes Selbstbildnisse studiert, erhält einen tiefen Einblick in Geist und Seele dieses Künstlers. Man erspürt seine Unsicherheiten, seine bohrenden Fragen und das rastlose Streben nach künstlerischer Vollendung.
Die modernistischen Bewegungen verdanken dem Post-Impressionismus ungemein viel; dies gilt besonders für das Schaffen von Paul Cézanne, jenem Maler, der als Wegbereiter des Kubismus von Pablo Picasso gilt.
Er war geradezu besessen davon, eine Kunst mit eigenem Leben zu schaffen, seine persönlichen Eindrücke „greifbar zu machen“ und „das Motiv zu verwirklichen“. So entwickelte er einen Stil, der sich grundverschieden von seinen impressionistischen Zeitgenossen wie Monet und Renoir präsentierte.

Erstaunlicherweise benötigte er oft über vier Jahre für ein Werk, unter teils nahezu erstickenden Arbeitsbedingungen.
Die von Cézanne gelebte Disziplin aus Stille und Isolation tritt in all seinen Selbstporträts deutlich hervor.
Seine Werke offenbaren eine außergewöhnliche Energie und eine klare Tendenz zu Abstraktion und Vereinfachung.
Die Farben sind von großer Intensität. Die nahezu geraden Linien des Gesichts fügen sich harmonisch in den Hintergrund ein. In fast allen Selbstporträts begegnet uns eine ungeduldig wirkende Figur; ihr Blick fest, misstrauisch, ja, ein Ausdruck des Staunens liegt über der Miene.

Selbstporträt mit Hut. 1879-82. Kunstmuseum (Bern – Schweiz)
Seine Selbstporträts zeugen vom Vergehen der Jahre im Leben des Künstlers: Mal erscheint er mit vollem Bart und leuchtenden Augen, mal zeigt er sich mit ergrautem Bart und verlorenem Blick.
Es scheint, als drückten sie die physischen wie psychischen Auswirkungen seines Ringens aus, die eigene Weltsicht mit unnachgiebiger Präzision auf die Leinwand zu bannen.
„Alles ist hier“, sagte er einst, sich an die Schläfen tippend.
Und an der Veränderung seines Äußeren ließ sich erkennen, wie sehr er die Malerei als eine ausgesprochen schwierige Gefährtin empfand.
In einem seiner Selbstporträts beispielsweise sehen wir Cézanne genau dem nachgehen, was er am meisten liebte: dem Malen.
Selbst hier, in diesen intimen Darstellungen, lässt der Künstler die Wandlung seiner Kunstkonzepte erkennen.

Selbstporträt. Paul Cézanne. 1890

Selbstporträt. Paul Cézanne. 1864

Selbstporträt mit rosa Hintergrund. Paul Cézanne. 1875

Selbstporträt. Paul Cézanne. 1894

Selbstporträt in Aquarell. Paul Cézanne. 1896









