
Alberto da Veiga Guignard: Biografie und Werk – Die Escola Guignard, Minas Gerais und das Erbe eines Meisters
Alberto da Veiga Guignard: Leben und Schaffen – Die Escola Guignard, Minas Gerais und das Vermächtnis eines Meisters.
Ein Genie! Seine Seele hing er ganz der Bemalung der berühmtesten Kapellendecke der Welt.
Talent und Hingabe zeichneten ihn aus, zweifellos.
Man schrieb das Jahr 1941: Guignard trat der Organisationskommission für die Abteilung für Moderne Kunst des Nationalen Salons der Schönen Künste bei, an der Seite von Oscar Niemeyer und Aníbal Machado.
Eine wahrhaft bedeutsame Chance tat sich ihm auf.
1943 rief er die Grupo Guignard ins Leben, bestehend aus Schülern, die brennend an Unterricht in seinem Atelier unter seiner Führung interessiert waren.
Die Gruppe erwies sich als entscheidend für die Entfaltung seiner künstlerischen Fähigkeiten.
Auf Einladung des Bürgermeisters Juscelino Kubitschek zog Guignard 1944 nach Belo Horizonte. Sein Ziel: die Gründung der ersten Bildungseinrichtung für Bildende Künste in Minas, der Escola Municipal de Belas Artes de Belo Horizonte. Zugleich initiierte er in jenem Jahr die erste Ausstellung Moderner Kunst in der Hauptstadt Mineiras.
Unermüdlich setzte er sich dafür ein, dieser Schule zum Erfolg zu verhelfen.
Er begann, den freien Zeichen- und Malkurs an der Escola de Belas Artes zu unterrichten und zu leiten. Zu seinen Schülern zählten Koryphäen wie Amilcar de Castro , Farnese de Andrade und Lygia Clark, neben vielen anderen.
Seine innovative Herangehensweise prägte diese Schüler nachhaltig.
Er leitete die Schule weiterhin, die ihm zu Ehren fortan den Namen Escola Guignard trug.
Eine bleibende Spur hinterließ er in der Kunstausbildung.
Die nächsten siebzehn Jahre verbrachte Guignard in jener Gegend. Dort fand er unendlich Inspiration für eine breite Palette landschaftlicher Werke: Skizzen, Zeichnungen, Ölgemälde auf Leinwand oder Holz, ebenso wie Porträts von Menschen, die ihm begegneten oder mit denen er zeitweise lebte.
Seine tiefe Verbundenheit zur Natur spiegelt sich in diesen Werken eindrücklich wider.
Guignard verstarb am 26. Juni 1962 in Belo Horizonte, Minas Gerais. Sein Leichnam ruht in der Igreja de São Francisco de Assis in Ouro Preto. Eine Stadt, für die er eine besondere Zuneigung empfand und die als Kulisse für zahlreiche seiner Arbeiten diente.
Er fand seine letzte Ruhe in einer Stadt, der sein Herz gehörte.
Seine Liebe zu Ouro Preto war so groß, dass dort das Museu Casa Guignard gegründet wurde. Neben seinen Werken birgt es auch Fotos und persönliche Gegenstände des Künstlers.

Guignard und Ouro Preto
Die Landschaft der historischen Städte Minas faszinierte Guignard zutiefst. Er mythisierte dieses Thema in einem Werk, das sich den Respekt und die Bewunderung ganz Brasiliens erwarb. Das Stadthaus, das heute das Museum beherbergt, gehört seit 1974 dem IEPHA und wurde vom Kultursekretariat des Bundesstaates Minas Gerais als Museumsstandort zur Verfügung gestellt.
Seine Bemühungen galten der Umgestaltung dieses Hauses in ein Museum.
Eröffnet wurde das Museum 1987. Es ist heute Teil des Betriebssystems des Kultursekretariats des Bundesstaates Minas Gerais, verwaltet durch die Museumsaufsichtsbehörde. Untergebracht ist es in einem historischen Gebäude im Herzen von Ouro Preto.
Zentral gelegen, zieht das Museum zahlreiche Besucher an.
Seine Sammlung umfasst Werke des Künstlers und Exponate, die sein Leben beleuchten. Sie bieten einen umfassenden Einblick in den Werdegang des Meisters.
Wechselausstellungen, Forschung und pädagogische Programme beleben diesen kulturellen Raum stetig.
So bleibt das Museum lebendig, stets in Bewegung.
LAGE: Rua Conde de Bobadela (Rua Direita), 110, Ouro Preto, Minas Gerais, Brasilien

BRIEFE AN AMALITA, SEINE PLATONISCHE LIEBE
Guignards Leben? Es war eine Aneinanderreihung malerischer wie auch melancholischer Episoden.
Im Jahr 1932, da war er 36 Jahre alt, traf er bei einem Konzert im Theatro Municipal auf die Musikstudentin Amalita Fontenelle – ganze elf Jahre jünger als er selbst.
Die Anziehung war sofort spürbar, dort, im Konzertsaal.
Fünf Jahre lang schrieb Guignard seiner platonischen Liebe. Karten über Karten, zu nahezu jedem feierlichen Anlass.
Seine Gefühle drückte er in diesen kleinen Kunstwerken aus.
Gezeichnete Karten, gesäumt von Liebesworten, Widmungen und poetischen Zeilen.
Sie wechselten zwar Briefe, doch die Karten fanden nie den Weg zu ihr.
Bedauerlicherweise kam es zu keinem persönlichen Treffen.
Rund 120 dieser Karten wurden in einem Album zusammengetragen und noch zu Lebzeiten dem Dichter Oswald de Andrade geschenkt.
Heute zählen diese Karten zum Bestand des Museums.
Heute gehören sie zur Sammlung der Casa Guignard in Ouro Preto und legen Zeugnis ab von Guignards Schüchternheit, seine tiefsten Gefühle auszudrücken.
Um den weiteren Verlauf dieser künstlerischen Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Alberto da Veiga Guignard: Biografie und Werk – Stil, Porträts und imaginäre Landschaften.









