
Alfredo Volpi: Biografie und Werk
Alfredo Volpi: Biografie und Werk
Alfredo Volpi erblickte das Licht der Welt am 14. April 1896 in Lucca, Norditalien.
Die Kritik zählt ihn zu den bedeutendsten Künstlern der zweiten Generation des Modernismus.
1897 siedelte er mit seiner Familie nach Brasilien über.
Seine Eltern waren einfache Arbeiter.
Da ihm die finanziellen Mittel für Malmaterial fehlten, begann Volpi auf Zigarrenkisten zu malen.
Er absolvierte die Männerschule für Berufe in Brás.
Später arbeitete er als Tischler, Holzschnitzer und Buchbinder.
Bereits mit sechzehn Jahren begann er eine Lehre als Wanddekorateur, was ihn rasch zu einem Meister im Malen von Friesen, Rosetten und Wandpaneelen in Wohnhäusern machte.
In dieser Zeit begann er, auf Holzunterlagen und Leinwänden zu malen.
Als leidenschaftlicher Kunstliebhaber suchte Volpi bald verschiedene Ausstellungen auf.
Anita Malfattis kontroverse Ausstellung moderner Malerei im Jahr 1917 setzte einen markanten Meilenstein des brasilianischen Modernismus.
1925 stellte Volpi erstmals in einer Gemeinschaftsausstellung im Palácio das Indústrias in São Paulo aus.
In jener Zeit galten seine bevorzugten Sujets Porträts und Landschaften.
1927 traf er Benedita da Conceição, liebevoll Judith genannt, die fortan seine Lebensgefährtin wurde.
1940 heirateten sie schließlich.
Sie hatten nur eine Tochter, die sie Eugênia nannten.
In den 1930er-Jahren lernte er Mario Zanini kennen; sie wurden Freunde. Durch ihn fand Volpi schließlich Anschluss an die Künstlergruppe Santa Helena, der auch Francisco Rebolo und andere angehörten.
Zwischen 1939 und 1941 zog Volpi mit Judith nach Itanhaém an der Küste São Paulos, um ihre medizinische Behandlung zu begleiten.
Beim Betrachten des Meeres fand er die Inspiration für seine „Marinhas“-Serie.
1940 gewann er den vom IPHAN ausgeschriebenen Wettbewerb mit einer Reihe von Gemälden, die Denkmäler der Städte São Miguel und Embu darstellten.
1944 eröffnete er in São Paulo seine erste Einzelausstellung in der Galeria Itá.
1950 reiste er mit Rossi Osir und Mario Zanini nach Europa.
Dort besuchte er zahlreiche Kunstmuseen und ließ sich besonders von vor-renaissancezeitlichen Werken sowie den Fresken italienischer Kirchen beeindrucken.
Ab den 1950er-Jahren schuf Volpi vermehrt Kompositionen, die sich allmählich der Abstraktion näherten.
Er malte prächtige Serien, die er „Marinhas“, „Fassaden“ und „Bandeirinhas“ (kleine Flaggen) nannte.
Seine berühmten „Bandeirinhas“ bezogen sich thematisch direkt auf die brasilianischen Johannisfeste, wie sich im Detail dieses Gemäldes erkennen lässt:
Unter zahlreichen Auszeichnungen erhielt er 1953 zusammen mit Di Cavalcanti den Preis als Bester Nationaler Maler der Internationalen Biennale von São Paulo.
1958 schuf er die Fresken für die Kapelle Nossa Senhora de Fátima in Brasília sowie weitere Leinwände mit religiösen Motiven.
In den 1960er- und 70er-Jahren integrierte Volpi Masten in seine „Bandeirinhas“-Kompositionen, um seinen Werken noch mehr Rhythmus zu verleihen.
Die Technik der Temperamalerei auf Leinwand wurde zu einer Konstanten, die sein Werk unverkennbar persönlich prägte, wie man in diesem Gemälde sehen kann:
Volpi verbrachte die letzten Jahre seines Lebens malend in der Stille seines Ateliers.
Wenn die Nacht hereinbrach, verzichtete er nie auf eine gute Knoblauchsuppe.
Ab und zu legte er eine Partie Solitär, ein Einzelspiel, bei dem die Karten geometrisch angeordnet werden – vielleicht eine subtile Parodie auf seine eigene Kunst...
Volpi verstarb am 28. Mai 1988 in São Paulo. Er hinterließ seine berühmten „Bandeirinhas“ und sein gesamtes Werk, für immer verewigt in der universalen Kunstgeschichte.
Er führte ein allzu gewöhnliches Leben für jemanden, der so außergewöhnlich war wie nur wenige.
Alfredo Volpi, einer der größten Maler der brasilianischen Kunst, wurde schließlich als „der Meister der kleinen Flaggen“ bekannt.
Für ihn waren die „Bandeirinhas“ abstrakte Symbole, die eine Geometrisierung der Formen ebenso zuließen wie jedes andere Element der visuellen Komposition.
Volpis Malerei ist warm, rhythmisch, dynamisch, ja, tänzerisch, sowohl in den Farben als auch in der Formenkomposition.
Auf der Leinwand erscheint nur das Wesentliche.
Und um diese Synthese zu erreichen, arbeitete Volpi unermüdlich.
Obwohl er vollständig Autodidakt war, legte der Künstler Wert darauf, über die Kunstströmungen seiner Zeit bestens informiert zu sein, ohne sich jedoch explizit einer von ihnen anzuschließen.
All das machte Alfredo Volpi einzigartig und ließ ihn später zu einem der bedeutendsten modernen Künstler aufsteigen.









