
Der Beethovenfries von Gustav Klimt
Der Beethovenfries von Gustav Klimt
Der Wiener Secessionspalast – hier, in diesem ehrwürdigen Gemäuer, fand 1902 die wegweisende Ausstellung statt, die die Philosophie der Bewegung so prägnant auf den Punkt brachte.
Im Zentrum dieser Schau: Eine eindrucksvolle Skulptur, Ludwig van Beethoven gewidmet, geschaffen vom deutschen Künstler Max Klinger.
Architekt Josef Hoffmann verwandelte das Innere des Gebäudes; er schuf einen basilikaähnlichen Raum, komplett mit einem Mittelschiff und zwei Seitensälen.
In einem dieser Säle präsentierte Gustav Klimt seinen berühmten Beethovenfries.
Dieses Werk, ein wahrhaft monumentales Unterfangen, erstreckte sich über drei Wände. Es war eine tiefgründige Allegorie auf die Suche nach dem Glück, inspiriert von Richard Wagners Deutung von Beethovens 9. Symphonie.
Die feindlichen Mächte nahmen die schmale Wand des Saales ein.
Im Zentrum dieses Abschnitts steht die brutale Gestalt des Typhon, dargestellt als riesiger, unheimlicher Affe.
Links von Typhon lauern die Gorgonen-Töchter. Trotz ihrer verführerischen äußeren Erscheinung – oh ja, sie sind anziehend – warnen ihre schrägen Blicke und die goldenen Schlangen, die sich in ihren üppigen, schwarzen Locken winden, eindringlich vor ihrer Gefahr.
Rechts von Typhon reiht sich eine weitere Gruppe ein: die nackten Figuren der Wollust, Ausschweifung und Unmäßigkeit.
Wie schon in „Philosophie“ und „Medizin“ sammeln sich hier die Figuren erneut, dicht an dicht.
Freude, du edler Götterfunken! Hier, in dieser Freude, findet der Mensch die reine Liebe, die sich im alles entscheidenden, abschließenden Kuss manifestiert.
DER BEETHOVENFRIES
Jahr: 1901/1902
Technik: Kaseinfarbe auf Stuckgrund, mit Goldblatt- und Halbedelstein-Einlagen.
Maße: 215 x 630 cm
Standort: Österreichische Galerie Belvedere, Wien, Österreich









