
Der Tanz – Henri Matisse
Der Tanz – Henri Matisse
Der Tanz, eines der zentralen Werke des französischen Henri Matisse, zählt zugleich zu den populärsten Schöpfungen dieses großen Künstlers, der die Kunstgeschichte maßgeblich umgestaltete.
Neben Pablo Picasso und Marcel Duchamp gilt Matisse als einer der drei bahnbrechendsten und kühnsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er verantwortete eine entscheidende Weiterentwicklung in den bildenden Künsten, insbesondere in der Malerei. 'Der Tanz' steht hierfür exemplarisch.
Zwei Versionen dieses Gemäldes stammen von Matisse. Die erste, aus dem Jahr 1909, heute im MOMA beheimatet, war wohl eine Vorstudie für das finale Werk in Russland. Auftraggeber war der russische Sammler Sergei Schukin, ein Kenner und Verehrer von Matisses Schaffen und dem einiger Künstler wie Paul Cézanne, Claude Monet, Paul Gauguin und anderer Maler, insbesondere der Impressionisten.

Der Künstler selbst schrieb über sein Werk: „Das erste Element der Konstruktion war der Rhythmus. Das zweite war die weite Farbfläche, das Blau. Das dritte war der dunkle Grünton. Diesen Elementen folgend, konnten die Figuren rot sein, um eine leuchtende Harmonie zu erzielen.“ (HENRI MATISSE)
Wie ein Uhrwerk, im Uhrzeigersinn, inszenierte Henri Matisse 'Der Tanz'. Er vereinte die Körper, ließ jede Figur eine eigene, einzigartige Haltung einnehmen. Die Gesichter bleiben verborgen, mit Ausnahme eines Tänzers; dies verleitet den Betrachter, sich das gleiche Antlitz auch bei den anderen Figuren vorzustellen. So entsteht der Eindruck einer rhythmischen Geschwindigkeit, geboren aus der Bewegung der Tänzer.
Doch die Geschichte birgt ein befremdliches Detail:
Heute kaum vorstellbar: Eines der meistreproduzierten Kunstwerke überhaupt, eine der epochalsten Schöpfungen der Kunstgeschichte, wurde einst so verspottet. Damals, im Salon d'Automne, bezeichneten Kritiker es als „dämonische Kakophonie“.

1931 beauftragte der Arzt und Kunstliebhaber Albert Barnes Matisse mit einem Wandgemälde für den Hauptkorridor seiner Galerie. Dort sollten sich Arbeiten von Vincent van Gogh, Paul Cézanne und anderen finden. Matisse entwarf dafür ein Modell aus ausgeschnittenem Papier; so konnte er die Komposition immer wieder neu anordnen. Doch das fertige Werk erwies sich aufgrund falscher Maße als zu klein für den vorgesehenen Raum. Anstatt eine schmückende Umrandung hinzuzufügen, entschied sich Matisse, das gesamte Stück neu zu komponieren. Das Ergebnis? Eine dynamische Komposition, in der die Körper durch einen abstrakten Raum aus rosa-blauen Feldern zu springen scheinen.










