Nackte Frauen in Gold- und Blautönen, die Jugend, Reife und Alter darstellen, im verschnörkelten Jugendstil.
Kunstgeschichte Archiv

Die drei Lebensalter der Frau - Gustav Klimt

Die drei Lebensalter der Frau - Gustav Klimt

A

Arthur

Historische Kuration

Teilen:

Tauchen Sie ein in Gustav Klimts „Die drei Lebensalter der Frau“, ein Werk, das das Leben in seinen unterschiedlichen Phasen mit großer Schönheit und Empfindsamkeit einfängt.

Dieses 1905 entstandene Gemälde zeigt drei weibliche Figuren, die Kindheit, Reife und Alter symbolisieren.

Klimt bedient sich seiner charakteristischen Verbindung aus dekorativen Formen, lebendigen Farben und kunstvollen Details, um den unaufhaltsamen Fluss der Zeit und die einzigartige Anmut jeder Lebensphase fassbar zu machen.

Betrachten wir „Die drei Lebensalter der Frau“, so eröffnet sich uns eine Einladung: Wir werden aufgefordert, über die zyklische Natur der Existenz nachzudenken und die besondere Schönheit jedes einzelnen Abschnitts unseres Lebens wertzuschätzen.

Die drei Lebensalter der Frau ist ein Gemälde des österreichischen Malers Gustav Klimt und gehört zum Jugendstil, einer Kunstrichtung, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts manifestierte.

Die Thematik des Lebenszyklus zeigt sich in diesem Werk Klimts unverkennbar.

Kunsthistoriker sehen oft eine Inspiration in dem Gemälde Die drei Lebensalter der Frau und der Tod”, einem Werk des deutschen Renaissance-Malers Hans Baldung.

Die drei Lebensalter der Frau und der Tod - Hans Baldung

Baldungs Werk, das Klimt als Inspiration diente (links abgebildet), entstand im 16. Jahrhundert. Es ist Teil einer Serie, in der der Künstler ähnliche Motive immer wieder neu interpretierte.

Bei Baldungs Figuren packt der Tod die zentriert dargestellte alte Frau am Arm; er scheint sich abwenden und doch an der jungen Frau festhalten zu wollen. Mit der rechten Hand drückt er auf die Schulter, zieht an dem Tuch, das die junge Frau leichtfertig um ihre Hüften geschlungen hat.

Zu jener Zeit war es üblich, dass alle dargestellten Personen ein Tuch oder einen Schleier trugen. So sollte die Scham, je nach Bedarf, verborgen bleiben.

Ein Blick auf die junge Frau im Bild offenbart: Sie wendet sich dem linken Bildrand zu, während die alte Frau und der Tod in die rechte Ecke blicken. Dies allein könnte eine Hinwendung zum Leben ausdrücken. Doch die Kopfhaltung der beiden Frauen konterkariert diese Interpretation. Die junge Frau blickt besorgt zum Betrachter. Die alte Frau hingegen schaut bewusst und streng auf sie herab. Mit ihrer deutlich helleren Hautfarbe im Vergleich zu den anderen hebt sich die junge Frau klar als zentrale Figur der Darstellung hervor.

Der Tod hält in seiner rechten Hand eine Sanduhr, deren Sand bereits zur Hälfte verronnen ist.

Ein Kind ist ebenfalls im Gemälde zu sehen. Es ist durch eine zerbrochene Lanze, die es in seiner schlafenden Hand hält, mit dem Tod verbunden. So unterstreicht der Maler die jedem Leben innewohnende Verbindung von Geburt und Tod.

Dass das Kind auf dem Bild scheinbar schläft, lässt sich als Vorstufe des nahenden Todes interpretieren.

Eine drastische Erinnerung daran, wie hoch die Kindersterblichkeit im 16. Jahrhundert war.

Klimts Figuren sind vertikal angeordnet: eine alte Frau, eine junge Frau und ein kleines Mädchen. Alle nackt, um den Fluss der Zeit zu verdeutlichen.

Die alte Frau ist im Profil dargestellt, ihr Haar verdeckt das Gesicht.

Neben herabhängenden Brüsten, schlaffer Haut, gekrümmtem Rücken und einem vorgewölbten Bauch fallen besonders die Adern auf, die sich über den rechten Arm, die Hand, das Bein und die Füße der Greisin ziehen.

Unmittelbar neben ihr steht die junge Mutter. Ihr Körper ist straff, ihr Teint rosig. In ihren Armen schläft ihr kleines Töchterchen friedlich.

Die Verzückung, die sich in der jungen Frau widerspiegelt, steht im scharfen Kontrast zur Isolation der alten Frau.

Wie in all seinen Werken spielt die Ornamentik ihre wesentliche Rolle.

Mutter und Kind scheinen unter einem gemeinsamen Mantel vereint.

Klimt verleiht der Mutterfigur nicht jene charakteristische Sinnlichkeit, die viele seiner Frauenbilder auszeichnet. Interessanterweise besitzt sie aber die gleichen Attribute: rotes Haar, volle Lippen, ein rosiges Gesicht.

Die Anwesenheit des Kindes und seine Geborgenheit bei der Mutter, sowie die geschlossenen Augen der jungen Frau unterbinden jede Form von Sinnlichkeit.

Die drei Lebensalter der Frau

DIE DREI LEBENSALTER DER FRAU

Jahr: 1905
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 180 x 180 cm
Standort: Galleria Nazionale d’Arte Moderna, Rom, Italien

Die drei Lebensalter der Frau - Gustav Klimt - Mutterschaft

„Mutterschaft“ ist ein Detail dieses Gemäldes, in dem der Maler Mutter und Tochter innerhalb von  "Die drei Lebensalter der Frau" einfängt.


Instagram

@arteeartistas
© 2016 - 2026 Arte e Artistas entwickelt von Agência WEB SolisyonAlle Rechte vorbehalten.