
Honoré Daumier: Das Genie der Satire und sein künstlerischer Aufstieg (Teil 1)
Honoré Daumier: Das Genie der Satire und sein künstlerischer Aufstieg (Teil 1)
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Honoré Daumier, ein herausragender französischer Künstler des 19. Jahrhunderts, bleibt vor allem für seine scharfsinnigen satirischen Karikaturen und seine tief sozial engagierten Kunstwerke in Erinnerung.
Er zählte zu den prägenden Köpfen der französischen Realismus-Schule und gilt bis heute als einer der bedeutendsten politischen Karikaturisten der gesamten Kunstgeschichte.
BIOGRAFIE
Honoré-Victorien Daumier erblickte am 26. Februar 1808 in Marseille, Frankreich, das Licht der Welt.
Seine Eltern waren Jean-Baptiste Louis Daumier und Cecile Catherine Philippe.
Im Jahr 1814 zog die Familie nach Paris; dort sollten sie fortan leben.
Sein Vater, von Beruf Glaser, hegte den Traum, Dichter zu werden, was ihn unwiderstehlich in die französische Hauptstadt lockte. Dort erhoffte er sich weitaus größere Chancen, für seine literarischen Fähigkeiten Anerkennung zu finden.
Schon in jungen Jahren zeigte Daumier eine bemerkenswerte künstlerische Begabung.
Bereits mit zwölf Jahren musste er aus Not seinen Lebensunterhalt verdienen: Zuerst als Bote in einer Anwaltskanzlei, später als Gehilfe in einer Buchhandlung.
1822 begann er informelle Kunststunden bei Alexandre Lenoir, einem Künstler und Antiquar, der zudem ein Freund seines Vaters war.
Oft zog es ihn allein in den Louvre, um in den Skulpturengalerien Skizzen anzufertigen.
1823 nahm er sein Studium an der renommierten Académie Suisse auf, einem Kunstatelier unter der Leitung von Charles Suisse.
Bereits 1829 schuf er Lithografie-Karikaturen, wobei er anfangs noch die Stile anderer Künstler imitierte.
Nach der französischen Revolution von 1830 lockerten sich die Zensurbestimmungen spürbar. Dies ermöglichte es ihm, seine politischen Ansichten freier durch illustrierte Flugblätter zu äußern.
Mitte der 1830er-Jahre etablierte er sich als herausragender Vertreter der politischen und sozialen Karikatur.
Zu seinen berühmtesten Werken zählt die Lithografie-Serie „Les Gens de Justice“ (Die Menschen der Justiz), die Richter und Anwälte in oft komischen, bisweilen absurden Situationen darstellt.
1835 wurde die Zensur wieder verschärft, „La Caricature“ verstummte. Daumier richtete seine Aufmerksamkeit daraufhin verstärkt auf die Gesellschaftssatire.
1840 zog Daumier mit der Näherin Marie-Alexandrine Dassy auf die Île Saint-Louis in der Seine, unweit des Hôtel Pimodan, zusammen.
1846 bekamen Daumier und Marie einen Sohn. Kurz nach der Geburt des Kindes gaben sie sich das Ja-Wort.
Im Jahr 1851, während jener turbulenten Periode, die zum Ende der kurzlebigen Französischen Republik führte, wandte sich Daumier erneut der Ausdrucksform zu, für die er am bekanntesten war: Er schuf eine Reihe bissiger und höchst kontroverser politischer Karikaturen.
Um den weiteren Verlauf dieser bemerkenswerten Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Honoré Daumier: Gesellschaftskritik, Erbe und Werkübersicht (Teil 2).









