
Landstraße mit Zypresse und Stern, von Vincent van Gogh
Landstraße mit Zypresse und Stern, von Vincent van Gogh
Landstraße mit Zypresse und Stern, ein Höhepunkt im Schaffen des niederländischen Malers Vincent van Gogh. Es war sein letztes Gemälde, bevor er im Mai 1890 die Heilanstalt Saint-Rémy de Provence (Frankreich) verließ.
Ein hoch aufragender Zypressenbaum teilt die Komposition. Er reicht sogar über den Bildrand hinaus! Van Gogh war von Zypressen besessen, sie tauchten immer wieder in seinen Werken auf. Er sah in ihren Linien und Proportionen eine Schönheit, vergleichbar mit ägyptischen Obelisken. Und ihr Grün, so fand er, besaß eine ganz eigene, unverwechselbare Qualität unter allen Bäumen.
Dieses Bild, es offenbart Vincents tiefe Verbundenheit zur Natur. Kurze, wellenförmige Pinselstriche, dazu Farben, die in starkem Kontrast zueinanderstehen – all diese Elemente verschmelzen hier zu einem unvergesslichen Ganzen. Ein Werk, das bis heute fesselt.
Der Künstler selbst beschrieb sein Gemälde so: „Ein Nachthimmel mit einem glanzlosen Mond, die schmale Sichel kaum aus dem undurchsichtigen Schatten der Erde auftauchend. Ein Stern mit übertriebenem Glanz, ein sanftes Leuchten von Rosa und Grün am Ultramarin-Himmel, durch den einige Wolken jagen. Darunter eine Straße, gesäumt von hohen, gelben Stoppelfeldern, dahinter der blaue Himmel der Alpen, ein altes Gasthaus mit gelb erleuchteten Fenstern und eine sehr hohe, sehr gerade, sehr dunkle Zypresse. Auf der Straße ein gelber Karren mit einem angespannten weißen Pferd und zwei verspäteten Reisenden. Sehr romantisch, wenn Sie so wollen, aber auch sehr provenzalisch, finde ich.“
Die Komposition zeigt die Dämmerung, einen außerordentlich leuchtenden Stern, direkt neben dem Zypressenbaum. Dieser, so die Deutung, symbolisiert den Obelisken des Todes. Dazu die aufgehende Mondsichel. Vincent wollte hier seine tiefe Überzeugung von Wiedergeburt und Erneuerung betonen. Es war seine ganz persönliche Auseinandersetzung mit Ewigkeit und einem Leben jenseits des Todes.
Einige Kunsthistoriker meinen, Van Gogh habe mit diesem Werk seine Gefühle einer bevorstehenden Todesahnung teilen wollen – fast wie ein düsteres Omen. Das Bild entstand im Mai 1890. Nur zwei Monate später, am 27. Juli 1890, verstarb der Künstler.
Doch die Geschichte birgt ein seltsames Detail: Entstanden ist das Gemälde in einer Zeit, in der Van Gogh schwer unter gesundheitlichen Problemen litt. Er war damals in einer Heilanstalt untergebracht.

Titel: Landstraße mit Zypresse und Stern
Autor: Vincent van Gogh
Jahr: 1890
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 92 x 73 cm
Standort: Kröller-Müller Museum, Otterlo, Niederlande
Dieses Gemälde gilt als unbestreitbares Meisterwerk Van Goghs, ja, als eines der bekanntesten Kunstwerke des 19. Jahrhunderts überhaupt.
Die Komposition vereint meisterhaft natürliche und künstliche Elemente. Gerade das macht das Bild so einzigartig, so faszinierend.
Der Einsatz kräftiger, kontrastreicher Farben, ein Markenzeichen Van Goghs, tritt in diesem Werk besonders eindrucksvoll zutage.
Das Gemälde ist eine tiefgründige Reflexion der Künstlerseele. Es ist ein Ausdruck seiner ganz persönlichen Weltsicht.









