
Paul Klee: Leben und Werk. Von seinen großen Abstraktionen bis zum letzten visionären Blick
Ein intimer Einblick in Paul Klees außergewöhnliches Schaffen. Wir begleiten ihn von den frühen Jahren seiner prägenden Abstraktionen bis zu den tiefgründigen Werken seines letzten Lebensabschnitts.
Als der Erste Weltkrieg ausbrach, gab sich Paul Klee anfangs noch recht unbeteiligt. „Diesen Krieg trage ich längst in mir“, schrieb er spöttisch, „deshalb geht er mich innerlich nichts an.“
Doch die Realität holte ihn schnell ein. Seine engen Freunde Macke und Marc fielen auf den Schlachtfeldern. Das traf ihn hart.
Um seinem tiefen Schmerz Ausdruck zu verleihen, entstanden eine Reihe von Feder- und Tusche-Lithografien. Sie kreisen um Kriegsmotive. Darunter: „Tod durch die Idee“.

„Läufer am Ziel“ (Runner at the Goal) – ein bemerkenswertes Experiment in Simultaneität. Übereinanderliegende, leicht durchscheinende Farbbalken veranschaulichen hier die aufeinanderfolgenden Bewegungen einer Figur, die gerade in Aktion ist.
Die aufgeregt gestikulierenden Arme und Beine verleihen der Figur einen fast komischen Zug. Und die auf ihrer Stirn prangende Zahl Eins? Sie verheißt nichts weniger als den Triumph.

Paul Klees entscheidender Durchbruch in der Abstraktion? Er entdeckte, dass er ein Bild auf ähnliche Weise komponieren konnte wie ein Musikstück. Er wies einzelnen Farben emotionale Werte zu, ordnete sie in rechteckigen Feldern an. So entstand eine Serie, die er oft schlicht „Harmonien“ nannte.
Betrachtet man diese farbigen Rechteck-Kompositionen, so entsteht keineswegs der Eindruck geometrischer Strenge, wie wir sie von Piet Mondrian oder der De Stijl-Bewegung kennen. Nein, es ist eine zutiefst expressive, ganz persönliche Sicht auf die Abstraktion. Klees oft wellenförmige Linien verleihen den Werken eine faszinierende Mischung aus Zerbrechlichkeit und dynamischer Bewegung. Man sieht es in einem Gemälde wie „Blühend“ mit seiner schimmernden Farbpalette.

„Roter Ballon“ (Red Balloon). Ein flirrendes Gefüge aus zart gefärbten, schwebenden geometrischen Formen. Und darüber? Eine charmante urbane Landschaft, die zum Träumen einlädt.

Die 1930er-Jahre markierten den Höhepunkt von Klees Schaffenskraft. In dieser Dekade entstand „Ad Parnassum“ – bis heute ein Meisterwerk, ein herausragendes Beispiel seines ganz eigenen, differenzierten Pointillismus.

„Von der Liste gestrichen“ – ein Selbstporträt, das den tiefen Schmerz und die Empörung jenes tragischen Moments einfängt. Die Gestapo war in sein Haus eingedrungen. Er wurde als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie entlassen. Ein Schock.

„Tod und Feuer“, eines seiner letzten Bilder. Im Zentrum: ein Schädel. Und auf dem Antlitz? Das deutsche Wort für Tod: „Tod“. Eine düstere, eindringliche Botschaft.

Möchten Sie noch tiefer in Klees Universum eintauchen? Dann erkunden Sie diese weiteren Werke: Senecio, Katze und Vogel, Fischzauber und Democrart.









