Expressionistisches Ölgemälde von Lasar Segall, das eine sitzende Frau mit ernstem Ausdruck und in Blau- und Brauntönen darstellt.
Brasilianische Moderne Archiv

Bananal, Lasar Segall

Bananal, Lasar Segall

A

Arthur

Historische Kuration

Teilen:

Begeben Sie sich mit mir auf eine Entdeckungsreise durch Lasar Segalls „Bananal“, ein wahrhaft prägnantes Werk des Künstlers.

Das im Jahr 1927 entstandene Gemälde fängt die Essenz des brasilianischen Landlebens mit ergreifender Tiefe und bemerkenswertem Feingefühl ein.

Expressionistisches Ölgemälde von Lasar Segall, das einen älteren Mann vor einer dichten Bananenplantage zeigt.

„Bananal“ bezeugt Segalls meisterhafte Fähigkeit, europäische Impulse mit brasilianischen Sujets zu verweben. So entstand ein Gemälde, das universelle Gültigkeit besitzt und doch zutiefst lokal verwurzelt ist.

Wer sich auf „Bananal“ einlässt, den nimmt es mit in eine lebendige, ja kontemplative Welt.

Hier trifft die Üppigkeit der Natur auf die ganze Komplexität menschlicher Existenz.

Lasar Segalls Können – ein eindringlicher Beleg

Bananal von Lasar Segall – ein Gemälde, das fest in der brasilianischen Moderne verankert ist und dort als eines ihrer Kernwerke gilt.

In diesem unverkennbaren Werk Lasar Segalls begegnen wir im Vordergrund der zentral platzierten Gestalt eines schwarzen Mannes.

Er bildet das stärkste ikonografische Element der gesamten Komposition.

Es ist die Figur eines alten Mannes, Olegário, der einst als Sklave auf dem Anwesen von Freunden des Künstlers schuftete.

Gleich hinter ihm breitet sich eine dichte Bananenplantage aus; sie nimmt beinahe die gesamte Leinwand ein, umfängt und bedrängt die Gestalt des schwarzen Mannes.

Die Vordergrundstellung dieser Gestalt, ihre wärmere Farbgebung, ihr langer Hals, der so stark mit der flächigen Weite der Plantage im Hintergrund kontrastiert – all dies unterstreicht unmissverständlich seine soziale Bedeutung.

Die Konturlinien sind subtil, ja fast zart. Sie markieren die Grenzen zwischen Figur und Hintergrund, die zwar offenkundige Unterschiede zeigen, aber eben auch untrennbar miteinander verwoben sind.

Während die zentrale Gestalt von immenser Ausdruckskraft zeugt, deren plastische Lösungen an afrikanische Masken und kubistische Kompositionen erinnern, erscheint der Hintergrund ganz anders: Er füllt sich mit einer eher abstrakten, doch beschreibenden Wiedergabe dessen, was dieser Bananenhain eigentlich ist.

Geometrische Formen, durchzogen von unterschiedlichen Grün- und Blautönen, verleihen dem Werk einen durchaus ornamentalen und harmonischen Charakter.

Titel, Künstler, Jahr und Technik des Werkes

Titel: Bananal
Künstler: Lasar Segall
Jahr: 1927
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 87 x 127 cm
Ort: Sammlung der Pinacoteca do Estado de São Paulo/SP, Brasilien

Doch was ist das Allererstaunlichste an diesem Werk?

Es ist Lasar Segalls einzigartige Fähigkeit, ein Gemälde zu erschaffen, das zugleich schonungslose Gesellschaftskritik übt und eine Hommage an die Schönheit der Natur darstellt.

Ein Werk, das uns unweigerlich über die essentielle Rolle der Kunst in unserem Dasein nachsinnen lässt.


Instagram

@arteeartistas
© 2016 - 2026 Arte e Artistas entwickelt von Agência WEB SolisyonAlle Rechte vorbehalten.