Expressives Ölgemälde in leuchtenden, intensiven Farben, mit breiten Pinselstrichen und dynamischen Gesten fauvistischer Künstler in Paris.
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Fauvismus

Der Fauvismus war eine künstlerische Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts in Frankreich, die durch den kühnen, unnatürlichen Farbeinsatz und expressive Pinselstriche gekennzeichnet war.

A

Arthur

Historische Kuration

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Der Fauvismus, eine Kunstbewegung des frühen 20. Jahrhunderts, hatte seinen Ursprung in Frankreich. Seine Künstler zeichneten sich durch den mutigen, ja unnatürlichen Farbeinsatz aus. Sie nutzten lebendige, ausdrucksstarke Töne, um Gefühle und Sinneseindrücke zu vermitteln, anstatt sich an eine realistische Darstellung zu klammern.

Der Begriff „Fauve“ bedeutet im Französischen „Raubtier“ oder „Wildtier“. Das spiegelt die kühne, unkonventionelle Haltung dieser Künstler wider.

Angeführt von Persönlichkeiten wie Henri Matisse und André Derain, hinterließ der Fauvismus einen nachhaltigen Eindruck in der modernen Kunst. Er beeinflusste prägend nachfolgende Strömungen wie den Expressionismus und den Kubismus.

Fauvismus – so nennt man die künstlerische Bewegung, die von einer Gruppe von Malern (darunter Henri Matisse und André Derain) zwischen 1905 und 1910 geprägt wurde. Sie kennzeichnet sich durch starke Farben und wilde Pinselstriche.

Den Namen Les Fauves (die Wilden) prägte der Kritiker Louis Vauxcelles, als er 1905 auf einer Ausstellung im Salon d’Automne in Paris die Werke von Henri Matisse und André Derain sah.

Die von Derain und Matisse gezeigten Gemälde waren das Resultat eines Sommers, den sie gemeinsam in Collioure, im Süden Frankreichs, verbrachten. Sie entstanden mit kräftigen Farben und freiem, losem Farbauftrag.

Die Formen der Motive wurden dabei stark vereinfacht, was den Arbeiten einen beinahe abstrakten Charakter verlieh.

Weitere dem Fauvismus nahestehende Künstler waren Georges Braque, Raoul Dufy, Georges Rouault und Maurice de Vlaminck.

Fauvismus: URSPRUNG, ZIELE UND MERKMALE

Die Fauvisten interessierten sich intensiv für die wissenschaftlichen Farbtheorien des 19. Jahrhunderts – insbesondere für jene, die sich mit Komplementärfarben befassten.

Komplementärfarben sind Farbpaare, die sich in wissenschaftlichen Modellen wie dem Farbkreis gegenüberliegen. Setzt man sie in einem Gemälde nebeneinander, steigern sie gegenseitig ihre Leuchtkraft.

Der Fauvismus lässt sich als extreme Ausdehnung des Post-Impressionismus von Paul Gauguin begreifen, verschmolzen mit dem Neoimpressionismus von Georges Seurat.

Die Einflüsse dieser früheren Strömungen inspirierten Matisse und seine Anhänger, den traditionellen dreidimensionalen Raum zu verwerfen. Stattdessen setzten sie auf flächige Farbzonen oder Farbflecken, um eine gänzlich neue Bildfläche zu erschaffen.

Im Einsatz leuchtender Farben und spontaner Pinselstriche lässt sich der Fauvismus auch als eine Form des Expressionismus sehen.

Man hat ihn oft mit dem deutschen Expressionismus verglichen, der etwa zur gleichen Zeit aufkam und ebenfalls von den Entwicklungen des Post-Impressionismus beflügelt wurde.

Obwohl er zu den frühesten Avantgarde-Bewegungen des 20. Jahrhunderts zählte und einer der ersten Stile war, der sich in Richtung Abstraktion manifestierte, bildete er für viele Künstler, die eine fauvistische Herangehensweise pflegten, lediglich eine Übergangsstufe für spätere Entwicklungen ihres persönlichen Stils.

Bereits 1908 hatten sich die meisten führenden Künstler der Gruppe vom expressiven Emotionalismus des Fauvismus abgewandt.

Ein wiedererwachtes Interesse am post-impressionistischen Künstler Paul Cézanne und seiner analytischen Herangehensweise an die Malerei von Landschaften, Menschen und Objekten inspirierte viele Künstler dazu, sich Ordnung und Struktur zuzuwenden.

Während Georges Braque, der den Fauvismus in einigen seiner Arbeiten aufgegriffen hatte, den Kubismus zusammen mit Pablo Picasso weiterentwickelte, nahm einer der Begründer des Fauvismus, André Derain, einen eher konventionellen neoklassizistischen Stil an.

Henri Matisse jedoch nutzte die charakteristischen fauvistischen Merkmale – emotionale, leuchtende Farben, einfache Formen und markante Pinselstriche – über seine gesamte Karriere hinweg.

Matisse gilt als der wichtigste Vertreter dieser Bewegung.

GALERIE EINIGER WERKE

Fauvismus – Die Moulade
Die Moulade. Henri Matisse. 1905

Landschaft bei Chatou. André Derain. 1904

Fauvismus – Gelbe Meeresküste
Gelbe Meeresküste. Georges Braque. 1906

Das Blaue Haus. Maurice Vlaminck. 1906

Badende. Raoul Dufy. 1908


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