
Futurismus: Dynamik, Geschwindigkeit und die prägenden Werke einer Bewegung
Ein Blick auf den Futurismus, der durch seine Dynamik, Geschwindigkeit und wegweisenden Werke die Kunstlandschaft neu definierte.
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Die italienische Gruppe brauchte eine Weile, um einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu finden.
In den Jahren, bevor die Bewegung richtig Fahrt aufnahm, arbeiteten ihre Mitglieder mit einer eklektischen Palette von Methoden. Der Postimpressionismus inspirierte sie, und das blieb auch später so.
Als Severini und Boccioni 1901 in Rom studierten, besuchten sie Ballas Atelier. Dort führte er sie in den Divisionismus ein.
Dieses Stilphänomen, entstanden aus der Farbtheorie und dem Pointillismus von Georges Seurat, zerlegte das Bild in getupfte Punkte und reine Farbstreifen. Diese wiederum verschmolzen optisch zu einem vollendeten Kunstwerk.
Merkmale der Bildwerke
Futuristische Bildwerke zeichnen sich durch intensive Farben und geometrische Formen aus. Getrieben von der fast schon obsessiven Sehnsucht, Bewegung festzuhalten, entwickelten sie eine Technik: Sie malten dasselbe Objekt in unterschiedlichen Positionen; ein Hauch von Verwischung verstärkte dabei das Gefühl von Dynamik im Bild.
Erstaunlicherweise dauerte es über vier Jahre, während derer er unter fast erstickenden Bedingungen arbeitete.
Ausweitung des Futurismus auf Skulptur, Architektur und Musik
Die Jahre 1913 und 1914 brachten eine bemerkenswerte Ausdehnung des Futurismus mit sich – in die Bereiche Skulptur, Architektur und Musik.
Boccioni nutzte 1913 die Skulptur, um den futuristischen Dynamismus noch eindringlicher zu gestalten. Seine Arbeit Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum suchte nach Wegen, energische Handlungen sowie die Idee des mechanisierten Körpers bildlich zu fassen.
Luigi Russolo wandte sich von der Malerei ab und der Entwicklung musikalischer Instrumente zu; im selben Jahr, 1913, verfasste er zudem das Manifest Die Kunst der Geräusche. Dann, 1914, schloss sich der bahnbrechende Antonio Sant'Elia als erster Architekt der Bewegung an.
Spaltung und Zersplitterung der Bewegung
Trotz all dieser regen Aktivität zeigten sich erste Risse im Gefüge der Gruppe: Sie begann, auseinanderzudriften und sich zu zersplittern. Das kündigte das Ende als eine geeinte Bewegung an.
Obwohl der Erste Weltkrieg bereits 1914 ausbrach, verharrte Italien bis 1915 in Neutralität.
In dieser Zwischenzeit verlagerte sich der Fokus von der Kunst zum Krieg. Futuristische Künstler nutzten ihre Veranstaltungen und Performances, um die Massen für Antikriegsstimmung zu begeistern und leidenschaftlich zur Intervention aufzurufen.
Die Futuristen mühten sich ab, die pure Dynamik der modernen Welt einzufangen.
Ein genauerer Blick auf diese Zeichnung offenbart: Die kreisende Bewegung nach links visualisiert den Vorwärtsdrang des Fahrzeugs.
Der Fahrer sitzt mittig und ist doppelt dargestellt, was geschickt Bewegung suggeriert.
Jahre über befasste sich Balla intensiv mit Bewegung. Er suchte nach Belegen für Geschwindigkeit in seiner Umgebung, beobachtete akribisch den rasenden Verkehr in den Straßen der Stadt.









