Symbolisches Ölgemälde in Gold- und Blautönen, das zwei in einem leidenschaftlichen Kuss verschlungene Körper zeigt.
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Gustav Klimts „Der Kuss“

Gustav Klimts „Der Kuss“

A

Arthur

Historische Kuration

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Ich lade Sie ein, Gustav Klimts „Der Kuss“ zu betrachten, eines der prägnantesten Gemälde der Kunstgeschichte.

Dieses zwischen 1903 und 1909 entstandene Meisterwerk des Symbolismus zeigt ein Liebespaar, das in einer innigen Umarmung versunken ist, umgeben von den charakteristischen ornamentalen Goldmustern Klimts.

„Der Kuss“ ist eine unvergleichliche Darstellung von Liebe und Zärtlichkeit; er fängt die Schönheit und Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen auf subtile Weise ein.

Eines der Höhepunktwerke in Gustav Klimts Schaffen

„Der Kuss“ ist nicht nur ein Höhepunkt in der Karriere Gustav Klimts, sondern auch eines der sinnlichsten Kunstwerke überhaupt. Sofort nach der ersten Ausstellung gefeiert, erwarb es umgehend die österreichische Regierung.

Klimt, ein Meister linearer Rhythmen, sicherte sich mit „Der Kuss“ durch seine kühne Vision einen Platz in der Ewigkeit.

Klimts Malerei aus der Goldenen Phase

Das Gemälde, zu Recht als Meisterwerk bezeichnet, stellt den Höhepunkt der sogenannten Goldenen Periode des Malers dar.

Diese zwischen 1903 und 1909 entwickelte Schaffensphase zeichnete sich durch den großzügigen Einsatz von Blattgold aus, durch die Opulenz der ornamentalen Motive und die Oberflächenbehandlung im Stil der byzantinischen Mosaike von Ravenna, die ihn während seines Italienaufenthalts so tief beeindruckten.

Hier erreichte seine Vorliebe für dekorativen Prunk einen absoluten Höhepunkt, mit prächtigen Blumenmotiven.

Klimts Der Kuss - 1907
Der Kuss. Gustav Klimt. 1907–1908 - (Öl, Gold- und Silberblatt auf Leinwand 1,8 m x 1,8 m) Ort: Österreichische Galerie Belvedere. Wien (Österreich)

Umschlungene Figuren unterstreichen mit wenigen, kraftvollen Strichen die volle weibliche Sinnlichkeit.

In dieser Ära, geprägt von Künstlern und Denkern, die revolutionäre Theorien über Sexualität und Ästhetik hervorbrachten, schuf Gustav Klimt dieses Werk und forderte damit die etablierten Verhaltensnormen heraus.

Dieses Bild birgt seine eindringlichste Darstellung des Themas der körperlichen Vereinigung.

Zentral im Bild platziert, bildet das Paar eine dreieckige Struktur, die auf einer abrupt unterbrochenen, aufsteigenden Diagonalen ruht.

Diese Komposition schuf ein Gefühl von Leere und Instabilität hinter dem Paar, welches wunderbar mit der Zärtlichkeit der Szene kontrastiert.

Der Mann ist nicht von hinten, sondern frontal und in leichter Untersicht dargestellt.

Sein Kopf mit einem Efeukranz ist erkennbar, doch sein Gesicht bleibt undefiniert.

Der Körper der Frau hingegen ist im Profil gehalten, ihr Gesicht dem Betrachter zugewandt.

Sie kniet, was vermuten lässt, dass ihr Liebhaber dieselbe Haltung einnimmt, auch wenn seine Füße außerhalb des Bildausschnitts zu liegen scheinen.

Auf einer schräg abfallenden, blumengeschmückten Fläche verschmelzen die beiden Figuren in ihrer Umarmung.

Der Mann hält den Kopf der Frau, während er ihr einen zärtlichen Kuss auf die gerötete Wange haucht.

Die Frau umschlingt mit ihrer rechten Hand den Hals des Mannes, mit der linken streichelt sie seine Hand.

Ihr Gesicht, mit geschlossenen Augen, ruht auf seiner linken Schulter.

Ihre Haltung ist gelassen, beinahe träumerisch.

Ihr Haar scheint Teil einer floralen Aura zu sein.

Das Paar ist durch eine goldene Aura vom Hintergrund isoliert, die an den Füßen der Frau herabfällt und aus konzentrischen Kreisen besteht.

Die leuchtende Liebesvereinigung verströmt einen feinen Goldstaub, der sich über den dunklen Hintergrund legt, ihn erhellt und ihm eine mystische Dimension verleiht.

Obwohl das Gemälde die Sublimation der körperlichen Liebe darstellt, ist die erotische Aufladung spürbar geringer als in anderen Werken Klimts.

Eingebettet in einen opulenten, sinnlichen und strahlenden Dekorativismus scheinen die Gestaltungselemente des Paares eher Zärtlichkeitsgefühle zu betonen als sexuelle Impulse.

1461

Entstanden im revolutionären, doch noch konservativen Wien, ist dies ein Meisterwerk, das bis heute eine immense Faszination auf uns alle ausübt.

Gustav Klimt  wurde am 14. Juli 1862 in Wien (Österreich) geboren.

Er studierte ornamentale Zeichnung an der Kunstgewerbeschule. Mit dem Symbolismus verbunden, stach er innerhalb des österreichischen Jugendstils hervor und war einer der Gründer der Wiener Secession, die sich der akademischen Kunsttradition verweigerte. Klimt war auch Ehrenmitglied der Universitäten München und Wien.

Zu seinen bedeutendsten Werken zählen Gemälde, Wandmalereien, Skizzen und andere Kunstobjekte, von denen viele in der Wiener Secessionsgalerie ausgestellt sind.

Er verstarb am 6. Februar 1918 in Wien (Österreich).


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