Ölgemälde in Blau- und Grüntönen, das Narziss an einem See mit Reflexionen und tiefen Schatten darstellt.
Kunstgeschichte Archiv

Caravaggios 'Narziss'

Caravaggios 'Narziss'.

A

Arthur

Historische Kuration

Teilen:

„Narziss“ – ein ikonisches Werk des italienischen Malers Caravaggio, geschaffen um 1597-1599.

In diesem Ölgemälde auf Leinwand greift Caravaggio den antiken griechischen Mythos von Narziss auf: den schönen Jüngling, der sich in sein eigenes Spiegelbild im Wasser verliebte und schließlich zur Narzissenblume wurde.

Caravaggios Narziss

Das Bild ist geprägt von Realismus und einer dramatischen Darstellung des Themas, zeigt Narziss über das Wasser gebeugt, gänzlich fasziniert von seinem eigenen Spiegelbild.

Meisterhaft setzt Caravaggio Licht und Schatten ein, um die Figur des Narziss hervorzuheben und eine Atmosphäre tiefgründiger Melancholie und Introspektion zu schaffen.

„Narziss“: Eines der emblematischsten Werke Caravaggios

Es sticht hervor durch seine innovative Komposition und visuelle Wucht.

Narziss, ein Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio, zeigt einen jungen Mann, der sich tief über das Wasser eines Sees beugt, dort hineinstarrt und sich dabei abstützt.

Es veranschaulicht die klassische griechisch-römische Mythologie: die Geschichte eines schönen, eitlen Jünglings, der sich unsterblich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. 

Es existieren viele Darstellungen des Narziss, doch Caravaggios Version ist bei Weitem die bekannteste.

Mit ihrer realistischen Beobachtung des menschlichen Zustands und der introspektiven, melancholischen Atmosphäre ist dies ein Hauptwerk des barocken Meisters aus der mittleren Phase seiner Schaffenszeit.

Ein klassischer Mythos

Zum Mythos: Narziss verliebte sich – so die Legende – unsterblich in sein Spiegelbild im See. Erzählt wird, wie Nemesis, die Göttin der Vergeltung, den Racheschrei eines verschmähten Liebhabers vernahm. Sie führte Narziss zu jenem See. 

Dort erblickte er sein Antlitz, verliebte sich rettungslos. Er verlor den Lebenswillen. Aß nicht, trank nicht. Und starb. 

Die Legende berichtet, an jener Stelle, wo er starb, sei eine wunderschöne gelbe Narzissenblume erblüht, die seinen Namen trägt.

Der Mythos von Narziss veranschaulicht den tragischen Fall dessen, der sich selbst oder seinen Besitz über alle Maßen liebt. 

Diese mythische Erzählung ist der Ursprung des Begriffs „Narzissmus“. Er beschreibt einen Menschen, der auf sich selbst und seine Eigenschaften fixiert ist und ein übersteigertes Gefühl der Überlegenheit besitzt.

Im Gemälde sitzt Narziss am Ufer eines Sees. Er beugt sich vor. Fixiert auf sein Spiegelbild im Wasser. 

Vor einem dunklen Hintergrund erzeugt der scharfe Kontrast von Narziss' weißem Hemd und seinen Armen den Eindruck eines Kreises. Dieser wird durch das Spiegelbild seiner angewinkelten Unterarme noch verstärkt. Vielleicht symbolisiert er die dunkle Endlosigkeit einer obsessiven Selbstliebe.

Berühmt für seinen Einsatz von Licht und Schatten (eine Technik, die als Chiaroscuro bekannt ist). Caravaggios intelligenter Einsatz von Schattierungen verleiht dem Seewasser eine Tiefe, die den Betrachter förmlich dazu verleitet, ins Bild zu greifen und das Wasser zu berühren.

Chiaroscuro machte Caravaggio zu einem dominierenden Stilelement seines umfangreichen Werks. Ein Markenzeichen des Barock, gekennzeichnet durch jenen starken Kontrast von Licht und Schatten. 

Sein Vermächtnis war so prägend, dass junge italienische Künstler der nachfolgenden Generation, inspiriert von seinen Techniken, als Caravaggisti bekannt wurden – also als die Nachfolger Caravaggios.


Instagram

@arteeartistas
© 2016 - 2026 Arte e Artistas entwickelt von Agência WEB SolisyonAlle Rechte vorbehalten.