
Henri Matisse: Biografie und Werk – Innovationen, Vermächtnis und Spätwerke
Henri Matisse: Biografie und Werk – Innovationen, Vermächtnis und Spätwerke
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Nach einer weiteren Operation im Jahr 1941, als ihm das Malen unmöglich wurde, suchte Matisse einen neuen Weg. Er wandte sich der Technik der Collage oder Decoupage zu. Die traumatische Krebsoperation zwang den Künstler fortan, einen Rollstuhl zu nutzen.
In A Tristeza do Rei (Die Trauer des Königs) setzte der Künstler eine Mischtechnik ein: Collage und Gouache. Elf Farben verteilen sich auf verschiedensten Formen. Gelbe Rauten, vielleicht Blätter oder Tränen. Links eine anmutige Odaliske in Grün, in der Mitte der König selbst, ganz in Schwarz, seine Kleidung mit gelben Blüten gemustert, ein Instrument haltend, das er einst spielte – eine Geige. Rechts eine Tänzerin in Schwarz-Weiß. All das bildet sein letztes, biographisches Selbstporträt – 'König Matisse'.
„Mit der Schere zeichnen, die lebhaften Farben ausschneiden, das erinnert mich an die direkte Arbeit der Bildhauer… eine Schere ist ein wunderbares Werkzeug, und das Papier, das ich für meine Scherenschnitte verwende, ist großartig… mit der Schere an diesem Papier zu arbeiten, das ist eine Beschäftigung, in der ich mich verlieren kann… meine Freude am Scherenschnitt wächst mit jedem Tag! Warum habe ich das nicht früher entdeckt? Immer mehr bin ich davon überzeugt, dass man mit einem einfachen Scherenschnitt dieselben Dinge ausdrücken kann wie mit Zeichnung und Malerei…“ (Henri Matisse in „Schriften und Gedanken zur Kunst“)
Sein letztes großes Werk war die Gestaltung der Rosenkranzkapelle. Diese Kapelle in Vence, in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich, wurde zwischen 1949 und 1951 vom Architekten Auguste Perret für das Dominikanerinnenkloster errichtet. Weil sie vollständig von Henri Matisse ausgestaltet wurde, ist sie auch als „Matisse-Kapelle“ bekannt. Hier verewigte der Künstler sich in den Glasfenstern und Fliesen.
Für Matisse verkörperte sein Werk in Vence, nach seinen eigenen Worten, „eine Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit und der Ruhe.“ Leider konnte der Künstler an der Einweihung 1951 aufgrund schwerer Krankheit nicht teilnehmen. Doch er schrieb:
„Ich suchte nicht die Schönheit, ich suchte die Wahrheit. Ich präsentiere Ihnen demütig die Rosenkranzkapelle der Dominikanerinnen von Vence… Dieses Werk erforderte vier Jahre erschöpfender und unermüdlicher Arbeit. Es ist das Ergebnis eines ganzen aktiven Lebens, ich betrachte es, trotz aller Unvollkommenheiten, als ein Meisterwerk.“
1952 wurde in seiner Heimatstadt das Henri-Matisse-Museum eröffnet.
Zwei Monate vor seinem fünfundachtzigsten Geburtstag starb er am 3. November 1954 in Nizza und ruht dort auf dem Cimiez-Friedhof.
GALERIE AUSGEWÄHLTER WERKE:
- GEMÄLDE





In „Luxe, Calme et Volupté“ (Luxus, Ruhe und Wollust) ließ sich Matisse vom Pointillismus seines Freundes Paul Signac inspirieren. Es war eine Vorahnung des Fauvismus. Das Gemälde ist überdies eine Hommage an Paul Cézanne, ein Verweis auf dessen Badende.



Dieses Porträt von Madame Matisse, komponiert in reinen Farbtönen, wurde zu einem wegweisenden Werk der Fauvismus-Bewegung. Sein Name entstammt dem kühnen, grün-gelblichen Streifen, der unter dem blauen Haar dieses ausdrucksvolle Gesicht vertikal in eine schattige und eine lichte Seite teilt.







Das große rote Interieur – Dies ist eines der letzten Ölgemälde, die Matisse schuf, und zugleich die maximale Synthese seines gesamten Werkes.

2 – SCHERENSCHNITTE UND COLLAGEN – „LA PERRUCHE ET LA SIRÈNE“ gehört zum „abstrakten Expressionismus“ und ist Teil einer Serie von Scherenschnitten und Collagen, die Matisse ab 1940 begann. Der Künstler wählte diese Methode, um weiter künstlerisch tätig sein zu können und die Kunst in seinen letzten Lebensjahren nicht aufzugeben. Dieses Werk heben wir hervor, da es eines der größten Beispiele für Arbeiten in dieser Technik ist. Das gesamte Bild zeigt ausgeschnittene Formen in kontrastreichen Farben auf weißem Grund.

.... UND DIE BERÜHMTESTE, „BLAUER AKT“










