
Piet Mondrian: Biografie und Werke: Leben und künstlerische Entwicklung
Piet Mondrian, einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, prägte die Abstraktion maßgeblich. Hier tauchen wir in seine prägenden Jahre, seine Ausbildung und die Anfänge seiner unverwechselbaren Kunst ein.
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Der niederländische Maler Piet Mondrian gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er war auch eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der abstrakten Kunst, insbesondere durch die Bewegung, die als De Stijl (Der Stil) bekannt wurde. Seine berühmtesten Gemälde nutzen die einfachsten Kombinationen aus geraden Linien, rechten Winkeln, Primärfarben sowie Schwarz, Weiß und Grau, wodurch sie eine äußerste formale Reinheit erlangen.
Pieter Cornelis Mondriaan, Jr. wurde am 7. März 1872 in Amersfoort, Niederlande, geboren. Er war das zweite von fünf Kindern in einem streng protestantischen Haushalt in Zentralholland. Kunst und Musik wurden in seinem Elternhaus gefördert. Sein Vater, Pieter Cornelis Mondriaan, war Direktor der örtlichen Grundschule und ein begeisterter Amateurkünstler, der seinem Sohn Zeichenunterricht gab, während sein Onkel, Fritz Mondriaan, ein begabter Künstler war, der seinem Neffen das Malen beibrachte.

Im Jahr 1892 schrieb sich Mondrian an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Amsterdam ein. Seine dreijährige akademische Ausbildung konzentrierte sich auf das Zeichnen nach Kopien alter Meisterwerke. In den folgenden Jahren sollte er diese Fähigkeiten nutzen, um seinen Lebensunterhalt mit der Anfertigung wissenschaftlicher Zeichnungen und Reproduktionen von Museumsgemälden zu sichern, sowie durch privaten Zeichenunterricht in seinem Atelier.
Ab 1905 begannen seine traditionellen Landschaftskompositionen, ein neues Gefühl von Dramatik und Licht zu offenbaren. Es war durch Jan Toorop, einen der führenden Künstler des niederländischen Luminismus (Anm.: Im Original stand „Iluminismo“, was im Allgemeinen die Aufklärung bedeutet, hier aber stilistisch als Luminismus zu verstehen ist), dass Mondrian mit den französischen Post-Impressionisten in Kontakt kam. Infolgedessen änderten sich Mondrians Gemälde drastisch; er integrierte beispielsweise die kühnen Farben und Pinselstriche von Vincent van Gogh und die pointillistische Technik von Georges Seurat.
Schon in diesen frühen Arbeiten zeigte sich Mondrians Neigung, in Serien zu arbeiten und sich auf ein einzelnes Sujet zu konzentrieren. Beide Facetten erwiesen sich als unschätzbar wertvoll für die Entwicklung seines abstrakten Stils.
1909 trat er der Theosophischen Gesellschaft bei, einer spirituellen Organisation, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Europa weitreichenden Einfluss hatte und auf buddhistischen Lehren basierte. Für Mondrian waren Kunst und Philosophie tief miteinander verbunden. Er war ein sehr aktiver Schriftsteller und Theoretiker, stets fasziniert von spirituellen und philosophischen Studien. Obwohl er später mit einigen Mitgliedern der Gruppe uneins war, prägte die Theosophie Mondrians Bestreben, vollkommene, reine Harmonie darzustellen, die er durch das Gleichgewicht und die Spannung von Form und Farbe in seinen Gemälden ausdrückte.
1912 zog er nach Paris, dem blühenden Zentrum der Avantgarde-Kunstwelt, und machte sich umfassend mit den Werken von Pablo Picasso, Georges Braque und anderen vertraut. Er wechselte von einem repräsentativen, neo-impressionistischen Stil zu modernen Abstraktionen. Der analytische Kubismus bot ihm die nötige Struktur, um seine Landschaften auf die spärlichsten Elemente von Linie und Form zu reduzieren: Er bediente sich des kubistischen Rasters, indem er seine Darstellungen von Bäumen und Gebäuden auf eine schematische Struktur vereinfachte.
1914 reiste er in die Niederlande, um seinen kranken Vater zu besuchen. Als er dort war, brach der Erste Weltkrieg aus; infolgedessen konnte er bis 1919 nicht nach Paris zurückkehren. Obwohl er der Kunstmetropole fernblieb, entwickelte Mondrian seinen Stil weiterhin in Richtung der reinen Abstraktion. Geschwungene Linien verschwanden allmählich aus seinen Gemälden, ebenso alle Verweise auf Objekte oder die Natur. Während dieser als entscheidend erachteten Phase seiner Kunst gründeten Mondrian und der Künstler und Architekt Theo van Doesburg die Zeitschrift De Stijl (Der Stil).
Piet Mondrian: BIOGRAFIE
Um den weiteren Verlauf dieser Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Piet Mondrian: Biografie und Werke: Die De Stijl Bewegung und der Neoplastizismus.









