
Rembrandts Anatomiestunde des Dr. Tulp
Rembrandts „Anatomiestunde des Dr. Tulp“ fasziniert bis heute durch ihre dramatische Darstellung und tiefgründige Komposition.
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Rembrandt van Rijns „Anatomiestunde des Dr. Tulp“, ein Glanzstück des holländischen Malers, entstand im Jahr 1632.
Das Gemälde zeigt uns eine Anatomievorlesung, geleitet von Dr. Nicolaes Tulp – einem weithin angesehenen Chirurgen der Amsterdamer Gilde. Hier demonstriert er die Sektion einer Leiche vor einem Kreis interessierter Studenten und Chirurgen.

Bem bemerkenswert: Rembrandts „Anatomiestunde des Dr. Tulp“ gilt bis heute als eines der bekanntesten Werke des holländischen Meisters. Entstanden ist es im Jahr 1632.
Die Komposition besticht durch ihren lebendigen Aufbau und die Art, wie Rembrandt die Gesichter der Anwesenden festhielt: Jeder Ausdruck zeugt von einer eigenen Emotion, die sich von gespannter Neugier bis hin zu tiefer Konzentration spannt.
Dieses Gemälde, „Die Anatomiestunde des Dr. Tulp“, wird zurecht als eines von Rembrandts Hauptwerken eingestuft. Es ist ein meisterhaftes Zeugnis seines Talents, die psychologische Tiefe und Dramatik einer Szene einzufangen.
DIE ANATOMIESTUNDE
In den Niederlanden gab es eine lange Tradition der Anatomievorlesungen, begründet vom wegweisenden Anatomen Andreas Vesalius (1514–64).
Einmal jährlich hielt der Prelector Anatomiae – der Erste Anatom, sprich der Leiter der Chirurgenzunft – eine Vorlesung für seine Mitglieder. Dabei wurde stets die Leiche eines hingerichteten Verbrechers seziert.
Bei solch einem Anlass war es üblich, dass der Prelector sich porträtieren ließ, gemeinsam mit den anderen anwesenden Zunftmitgliedern.
Dr. Nicolaes Tulp (1593–1674) bekleidete das Amt des Prelectors von 1628 bis 1653. Das Gemälde zeigt genau jene Sektionsvorlesung, die er am 31. Januar 1632 hielt.
Neben ihm selbst sind auf dem Porträt sieben Mitglieder der Chirurgenzunft zu sehen, von denen jeder für seine Aufnahme ins Bild eine Kommission gezahlt haben dürfte.
Als Leiche diente der Dieb Adriaen Adriensz, der am Morgen des gleichen Tages gehängt worden war.
Im unteren rechten Bereich liegt ein großes, aufgeschlagenes Anatomiebuch. Es handelt sich hierbei mit hoher Wahrscheinlichkeit um Andreas Vesalius’ „De Humani Corporis Fabrica“ (Über den Bau des menschlichen Körpers – 1543), womit Rembrandt Tulp schmeichelhaft in Verbindung brachte.
Von den sieben anwesenden Zunftmitgliedern hält derjenige, der Tulp am nächsten sitzt, eine Namensliste. Die Köpfe der anderen sechs indes bilden eine subtile Pfeilform, die direkt auf Tulps rechte Hand zeigt, welche ein chirurgisches Instrument hält.
Dies verstärkt die dramatische Konzentration der Figuren auf Tulps Demonstration ungemein.
Rembrandts atmosphärisches Hell-Dunkel sowie der gekonnte Einsatz von Licht und Schatten, um die skulpturale Plastizität der Formen zu betonen, tragen ebenfalls zur Intensität des Bildes bei.









