
André Derain
André Derain
André Derain, ein bedeutender französischer Künstler, dessen Karriere ein breites Spektrum umfasste, begeisterte sich auch für Skulptur, Buchillustration und Theater.
Man betrachtet ihn als einen der Hauptvertreter der Kunstrichtung Fauvismus, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Bahn brach.
Biografie
André Derain kam am 10. Juni 1880 in Chatou, Frankreich, in einer bürgerlichen Familie zur Welt.
Schon mit fünfzehn Jahren offenbarte sich sein Talent für Zeichnung und Malerei; in dieser Zeit begannen er und sein Freund Le Noe ihre künstlerischen Studien bei Pater Jacomin und dessen Söhnen.
1898 trat er dem Pariser Atelier des symbolistischen Malers Eugène Carrière bei.
Dort traf er Henri Matisse, als der ältere Maler ins gleiche Studio kam.
Kurz nach seinem Eintritt in Carrières Atelier lernte Derain auch Maurice de Vlaminck kennen. Eine rasche Freundschaft entspann sich zwischen den beiden.
Offenbar missfiel Derains Eltern die Freundschaft ihres Sohnes mit diesem als „böhmischen Anarchisten“ verschrienen Mann so sehr, dass sie ihn kurzerhand des Hauses verwiesen.
Werdegang
1902 erfolgte die Einberufung zum Militärdienst. Obwohl er während dieser Jahre kaum Werke schuf, hielt er regen Kontakt zu Vlaminck, dem er oft über Kunst schrieb.
Seine Anmerkungen zu neuen stilistischen Interessen waren wegweisend für die Entwicklung des Fauvismus. Sie unterstreichen maßgeblich seine Rolle bei der Entstehung dieser Bewegung, unabhängig von Matisse.
Nach Beendigung seines Militärdienstes im Jahr 1905 verbrachte er den Sommer mit Matisse in Collioure, wo sie gemeinsam arbeiteten.
Im selben Jahr gesellte er sich zu Matisse und einer Gruppe weiterer Künstler, um im Pariser Herbstsalon auszustellen.
Auch Picasso lernte Derain 1907 kennen; eine Freundschaft entwickelte sich.
1913 kehrte Derain zu seiner Suche nach esoterischem Wissen zurück. Er begann, im sogenannten „gotischen Stil“ zu arbeiten, der sich durch einen mystischen Farbgebrauch und eine Mischung romanischer, byzantinischer sowie kubistischer Formelemente auszeichnete.
1914 wurde der Künstler erneut zum Militärdienst einberufen, den er bis 1919 ableistete.
Dennoch setzte er seine Arbeit fort, wann immer es die Umstände zuließen.
Nach seinem Abschied vom Militär schlug er eine Laufbahn als Bühnenbildner ein und verantwortete die Konzeption von mindestens elf Balletten.
1928 wurde ihm der Carnegie-Preis verliehen.
In den 1930er-Jahren verurteilte Derain öffentlich die moderne Kunst und wandte sich der klassischen Tradition zu.
1935, obgleich er aus der Gemeinschaft der avantgardistischen Künstler ausgeschlossen war, erhielt er eine Retrospektive in der Berner Kunsthalle und fand 1937 Eingang in die Ausstellung der Unabhängigen Künstler.
Derain besaß ein Haus in Chambourcy, das er mit seiner Frau teilte. Doch er malte weiterhin in seiner Pariser Wohnung, wo er sich mit Geliebten traf; mit einer von ihnen zeugte er sogar ein uneheliches Kind.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs besetzten die Deutschen sein Haus. Daraufhin zog er nach Paris und wohnte entweder in einer Wohnung, die er mit seiner Frau teilte, oder im Haus seiner Geliebten.
Die Deutschen zeigten Interesse an Derains klassizistischen Werken, da sie diese als repräsentativ für die angesehene französische Kultur erachteten.
1953 erkrankte der Künstler, was seine Sehkraft dramatisch beeinträchtigte.
Am 8. September 1954 starb er in Garches, Frankreich, als er von einem Lastwagen überfahren wurde.
Galerie – Kommentierte Kunstwerke
Das House of Parliament – Dieses Gemälde markiert einen Wendepunkt in Derains Frühwerk: Hier begann er, eine leuchtende Farbpalette einzusetzen, um seine Landschaftserlebnisse einzufangen.
Obwohl es noch nicht die Kühnheit seiner späteren fauvistischen Arbeiten besitzt, verkörpert es doch die anfängliche Farbrevolution in seinem Schaffen.
Frau mit Fächer – Diese Darstellung ist von besonderer Bedeutung, da die abgebildete Frau Madame Matisse ist.
Die innige Beziehung Derains zu Matisse in jener Zeit spiegelt sich in der zarten Art wider, wie er die Gesichtszüge der Freundesfrau wiedergibt, ebenso wie in ihrer bescheidenen, nachdenklichen Pose.
Das Apfelschneidende Mädchen – Die Diskrepanz zwischen seinen späteren und früheren Werken erklärt sich womöglich durch sein ständiges Streben nach einer zeitlosen Kunst, die sich deutlich von jeder Epoche abhebt, sowie durch die Betonung des dekorativen Charakters der Leinwand.
Es bleibt fraglich, ob dieser Versuch seinem Ruf letztendlich zuträglicher war.









