
Auguste Rodin: Geburt, Kampf und erste wegweisende Werke (Kapitel 1/3)
Auguste Rodin: Geburt, Kampf und erste wegweisende Werke (Kapitel 1/3)
Auguste Rodin, ein französischer Bildhauer, dessen Schaffen die Kunstwelt des 19. Jahrhunderts förmlich umwälzte. Geboren 1840, absolvierte Rodin seine Kunststudien in Paris. Zunächst verdingte er sich als Ornamentkünstler, bevor er sich voll und ganz der Bildhauerei widmete. Seine Werke? Sie sind unverkennbar: eine realistische, zutiefst gefühlvolle Darstellung des menschlichen Körpers. Auch seine einzigartige Gabe, Bewegung und den puren Ausdruck einzufangen, macht sie so besonders. Rodin, ein echter Rebell, forderte die etablierten Kunstkonventionen seiner Zeit heraus, schuf Skulpturen, die gleichermaßen Diskussionen provozierten und neue Wege wiesen.
Ungewöhnlich für einen so bedeutenden Künstler: Anerkennung und Ruhm erlangte Rodin erst jenseits seines vierzigsten Geburtstags. Seine berühmtesten Arbeiten? Dazu zählen fraglos „Der Denker“, „Der Kuss“ und „Die Bürger von Calais“. Rodin verstarb 1917; sein unvergängliches Erbe prägte seither Künstlergenerationen. Bis heute wird er als einer der wahren Meister der Bildhauerei gefeiert.
Auguste Rodin: BIOGRAFIE

Der weltbekannte Bildhauer Auguste Rodin? Sein vollständiger Name war François-Auguste-René Rodin, und er erblickte am 12. November 1840 in Paris das Licht der Welt. Seine Mutter war Marie Cheffer, sein Vater Jean-Baptiste Rodin, ein Polizeiinspektor. Eine ältere Schwester, Maria, war ihm zwei Jahre voraus.
Ein eingeschränktes Sehvermögen begleitete Rodin von frühester Kindheit an. Er musste lernen, damit umzugehen. In der Petite École konnte er Figuren und Worte an der Tafel kaum entziffern. Später, bei den komplexen Lektionen in Mathematik und Naturwissenschaften, kämpfte er regelrecht. Frustriert? Ja, das war er. Doch er entdeckte eine neue Motivation: das Zeichnen. Diese Aktivität erlaubte dem Kurzsichtigen, seinen Fortschritt bei den Beobachtungszeichnungen klar zu erkennen. Schon bald griff der angehende Künstler überall, wo sich eine Gelegenheit bot, zum Stift – er zeichnete, was immer er sah, was immer er sich ausmalte.

Mit dreizehn Jahren zeigte Rodin bereits unverkennbare künstlerische Begabung. Rasch belegte er diverse Kurse, um sein Können zu verfeinern. Doch während seiner Studienzeit begann der junge Künstler zusehends an sich zu zweifeln; von Lehrern wie Kommilitonen erfuhr er wenig Ermutigung. Vier Jahre später, mit siebzehn, bewarb er sich an der renommierten École des Beaux-Arts in Paris. Die Enttäuschung war immens: Die Schule lehnte ihn ab, sein Antrag wurde gleich zweimal abgewiesen.
Während seine Geburtsstadt Paris eine tiefgreifende urbane Erneuerung durchlebte, betätigte sich Rodin in den dekorativen Künsten, arbeitete an öffentlichen Denkmälern. Kurzzeitig schloss sich der Bildhauer sogar einem katholischen Orden an, den Tod seiner Schwester 1862 betrauernd. Doch letztlich entschied er sich für die Fortsetzung seiner Bildhauerkarriere. Im selben Jahr, 1862, begegnete er Rose Beuret, einer älteren Schneiderlehrling. Sie sollte ihm zeitlebens emotional verbunden bleiben, wenngleich die Heirat erst 1917, kurz vor seinem eigenen Tod, stattfand.
Mitte der 1860er Jahre vollendete er ein Werk, das er später selbst als sein erstes wirklich großes bezeichnen würde: „Maske des Mannes mit der zerbrochenen Nase“ (1863–64). Diese Skulptur wurde vom Pariser Salon gleich zweimal abgewiesen, gerade wegen ihres unverblümten, rohen Realismus.
Im Jahr 1870, als der Krieg zwischen Frankreich und Preußen tobte, wurde Rodin eingezogen. Er musste die Uniform eines Gefreiten tragen und sich der militärischen Disziplin unterwerfen. Lange währte sein Dienst indes nicht: Noch im selben Jahr erfolgte die Entlassung – der Grund war sein eingeschränktes Sehvermögen.
1875 zog es ihn nach Italien. Dort begegnete er Werken Michelangelos – eine Begegnung, die sein Interesse an der Bildhauerei noch tiefer verankerte und ihm völlig neue gestalterische Horizonte eröffnete. Zurück in Paris, sprudelte er förmlich vor Ideen, bereit, zu entwerfen und zu schaffen.
1876, während einer achtzehnmonatigen Reise in Brüssel, vollendete Rodin sein Werk „Das Eherne Zeitalter“. Dieses präsentierte er 1877 erstmals unter dem Titel „Der Besiegte“. Doch kaum war die Skulptur enthüllt, sah sich Rodin einem unglaublichen Vorwurf ausgesetzt: Die Plastik wirke so lebensecht, sie müsse direkt vom Körper eines lebenden Modells abgeformt worden sein. Eine Untersuchung war unumgänglich; selbst das Ministerium der Schönen Künste schaltete sich ein. Am Ende erklärte die beauftragte Kommission feierlich, der Urheber sei nicht nur ein großer Künstler, sondern gewiss „ein großer Bildhauer“.
Im folgenden Jahrzehnt, Rodin war mittlerweile in seinen Vierzigern, festigte er seinen unverwechselbaren künstlerischen Stil mit einer Fülle hochgelobter Arbeiten. Ein großes Team stand ihm zur Seite, nicht zuletzt beim finalen Guss der Skulpturen. Unter seinen Assistenten? Die junge Camille Claudel – doch diese Beziehung ist ein Kapitel für sich… ein Kapitel, das wir am Ende dieses Beitrags aufschlagen werden. So entstanden unter Rodins Händen eine Reihe berühmter Werke, darunter „Die Bürger von Calais“. Dieses öffentliche Bronzedenkmal erinnert an den Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England, der sich im Jahr 1347 ereignete. Rodin begann die Arbeit am Denkmal 1884.
Möchten Sie den weiteren Verlauf dieser bemerkenswerten Reise verstehen? Dann lesen Sie unbedingt unseren nächsten Beitrag: Auguste Rodin: Künstlerischer Höhepunkt und persönliche Turbulenzen (Kapitel 2/3).









