Realistisches Ölgemälde von Carl Larsson, das eine schwedische Hausszene in Pastell- und sanften Farbtönen zeigt.
Künstler Archiv

Carl Larssons Biografie: Der schwedische Realist

Tauchen Sie ein in die Lebensgeschichte von Carl Larsson, dem meisterhaften schwedischen Maler, dessen realistische Darstellungen den Alltag wie kaum ein anderer einfingen.

A

Arthur

Historische Kuration

Teilen:

Carl Larsson war ein bedeutender schwedischer Maler und Illustrator, dessen realistischer Stil und brillante Darstellung des Alltagslebens sowie des schwedischen Heims ihn berühmt machten.

Seine wunderschönen Aquarelle, die das Familienleben, die Innenräume und die Umgebung seines Hauses in der historischen Provinz Dalarna, Schweden, einfangen, sind weithin bekannt.

BIOGRAFIE

Carl Larsson erblickte am 28. Mai 1853 in Stockholm das Licht der Welt. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, zeigte sich sein künstlerisches Talent früh.

Obwohl es ihm anfangs schwerfiel, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, mangels finanzieller Mittel, erhielt er schließlich ein Stipendium. So konnte er an der Königlich Schwedischen Kunstakademie in Stockholm studieren.

An der Akademie eignete er sich verschiedene Techniken und Stile an, darunter Ölmalerei und Zeichnung. In dieser Zeit entwickelte Carl zudem ein starkes Interesse an der Kunst der italienischen Renaissance und des Mittelalters, was sein späteres Werk nachhaltig prägte.

Nach Abschluss seiner Studien begann Larsson als Illustrator und Maler zu arbeiten, wobei er bemerkenswerten Erfolg hatte. Seine Illustrationen erschienen in den beliebten Zeitschriften und Büchern jener Zeit; sein Schaffen fand sowohl in Schweden als auch international große Anerkennung und Bewunderung.

1877 reiste Carl erstmals nach Paris; 1881 schloss er sich der Skandinavischen Künstlerkolonie in Grèz-sur-Loing an. Dort begann er mit Aquarell zu malen und traf Karin.

Carl und Karin Larsson heirateten Ende 1882; 1884 kam ihre erste Tochter, Suzanne, zur Welt. Ihr zweiter Sohn, Ulf, wurde 1887 geboren, verstarb jedoch tragischerweise mit nur achtzehn Jahren.

1888 kehrte das Paar mit seinen beiden Kindern nach Schweden zurück. Als sie sich endgültig dort niederzulassen beschlossen, schenkte Karins Vater, Adolf Bergöö, ihnen eine Holzhütte im schwedischen Hinterland, im Herzen des Landes, die zuvor Verwandten gehört hatte.

Das Haus von Carl und Karin Larsson
Das Haus von Carl und Karin Larsson

Karin Larsson war nicht nur eine junge Mutter, sondern vor allem eine ehrgeizige Frau. Obwohl sie sich von der Malerei abgewandt hatte, ersetzte sie die Leinwand durch andere künstlerische Ziele: Sie griff zu Nadeln, Fäden und Seiden statt zu Pinsel und Farbe.

Carl schuf eine Reihe von sechsundzwanzig Aquarellen unter dem Titel The Home, die die wunderschönen Inneneinrichtungen des Hauses sowie seine Frau und Kinder zeigten.

Karins Atelier, von Carl Larsson
Karins Atelier, von Carl Larsson

Carl und Karin hatten acht Kinder. Nach Ulf kamen Pontus (1888), Lisbeth (1891), Brita (1893), Mats (1894), der jedoch mit nur zwei Monaten starb, Kersti (1896) und schließlich Esbjörn (1900).

Doch den größten Ruhm erlangte Larsson mit seinen Interieurbildern und Familienszenen. Gemeinsam mit seiner Frau, Karin Bergöö Larsson, schuf er ergreifende, detailreiche Darstellungen ihres Landlebens in ihrem Haus in Sundborn.

Kersti in ihrem schwarzen Kleid. Carl Larsson. 1907
Kersti in ihrem schwarzen Kleid. Carl Larsson. 1907

1911 wurden seine Skizzen für Midvinterblot abgelehnt. Das Gemälde stellt eine Legende der nordischen Mythologie dar, wonach der schwedische König Gustav Vasa geopfert wird, um eine Hungersnot während der Wintersonnenwende abzuwenden.

Midvinterblot. Carl Larsson. 1911-1915 - Öl auf Leinwand (640 x 1360cm) - Ort: Nationalmuseum Schweden
Midvinterblot. Carl Larsson. 1911-1915 - Öl auf Leinwand (640 x 1360cm) - Ort: Nationalmuseum Schweden

Im Jahr 1992, anlässlich der Feierlichkeiten zum zweihundertsten Geburtstag des Künstlers, veranstaltete das Nationalmuseum eine große Carl-Larsson-Ausstellung. Das Opfer der Wintersonnenwende wurde von seinem japanischen Besitzer ausgeliehen und erstmals seit 1915 in der Eingangshalle gezeigt.

Dreihunderttausend Besucher kamen zur Ausstellung; die meisten äußerten sich positiv über das Gemälde.

1997, nach langen Verhandlungen und dank großzügiger finanzieller Unterstützung von Spendern und privaten Stiftungen, gelang es dem Nationalmuseum, Carl Larssons Meisterwerk zu erwerben und es somit in seine Heimat zurückzuholen.

KUNST BETRACHTET – MIDVINTERBLOT (Opfer der Wintersonnenwende)

Als Carl Larsson sein Gemälde vollendete, das den Einzug des schwedischen Königs Gustav Vasa in Stockholm zeigte, gab es im Museum lediglich eine einzige freie Wandfläche.

Je mehr der Widerstand gegen das vorgeschlagene Gemälde wuchs, desto stärker wurde seine Entschlossenheit, das Projekt umzusetzen. Als Schwedens gefeiertster Maler setzte er sein gesamtes künstlerisches Prestige ein und vollendete das monumentale Werk auf eigene Kosten.

1915 stellte er das gigantische Gemälde fertig. Es wurde provisorisch im Nationalmuseum aufgehängt; doch nach intensiven Debatten wurde es letztlich abgelehnt.

Er starb am 22. Januar 1919 an den Folgen einer intrazerebralen Blutung.

Carl Larsson - Selbstporträt in seinem Atelier. 1912
Carl Larsson - Selbstporträt in seinem Atelier. 1912


Instagram

@arteeartistas
© 2016 - 2026 Arte e Artistas entwickelt von Agência WEB SolisyonAlle Rechte vorbehalten.