Expressionistisches Ölgemälde in dunklen Blau- und Grüntönen, mit verzerrten Linien und geometrischen Formen, eine abstrakte Stadtlandschaft darstellend.
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Expressionismus: Wurzeln und die Genese einer modernen Bewegung

Der Expressionismus, eine Kunstrichtung, die tief in der menschlichen Erfahrung verwurzelt ist, revolutionierte die Sicht auf Kunst und Ausdruck.

A

Arthur

Historische Kuration

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Der Expressionismus, eine wegweisende Strömung, manifestierte sich zeitgleich in verschiedenen deutschen Städten. Er war eine Antwort auf eine allgegenwärtige Beklemmung – jene, die aus der zunehmend disharmonischen Beziehung des Menschen zur Welt und dem verloren gegangenen Gefühl von Authentizität und Spiritualität erwuchs.

Teilweise agierte er als Gegenbewegung zum Impressionismus, doch seine prägendsten Impulse empfing er von den Kunstströmungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, namentlich dem Symbolismus und dem Post-Impressionismus. Künstler wie Vincent van Gogh und Edvard Munch wurden zu Schlüsselfiguren für die Expressionisten. Sie ermutigten zur Formverzerrung und zum kühnen Farbeinsatz, um eine ganze Bandbreite von Ängsten und Sehnsüchten auszudrücken.

Sternennacht über der Rhône. Vincent van Gogh. 1888 – Expressionismus

Es ist bemerkenswert: Diese Künstler, tief beeindruckt von Edvard Munchs Werk, setzten sich zum Ziel, eine „Brücke“ zwischen der neoromantischen deutschen Malerei und der modernen Kunst zu schlagen.

Die Hochphase der expressionistischen Bewegung erstreckte sich ungefähr von 1905 bis 1920 und fand europaweit Verbreitung.

Um die Jahrhundertwende brachen grundlegende stilistische und weltanschauliche Umwälzungen hervor. Sie waren eine direkte Reaktion auf tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, die die Zeit prägten.

Ab 1905, parallel zur wachsenden Industrialisierung Europas, zog es die Expressionisten in die Städte.

Dort formierten sie Gruppen wie „Die Brücke“ (Die Brücke) und „Der Blaue Reiter“ (Der Blaue Reiter). Sie teilten sich Ateliers, stellten gemeinsam aus und veröffentlichten ihre Werke und Schriften.

Sternennacht über der Rhône. Vincent van Gogh. 1888 – Expressionismus
Sternennacht über der Rhône. Vincent van Gogh. 1888

Im Jahr 1911 gründete eine Gruppe gleichgesinnter junger Künstler den „Blauen Reiter“ in München. Dies geschah, nachdem Wassily Kandinskys Gemälde „Jüngstes Gericht“ von einer lokalen Ausstellung abgelehnt worden war.

Neben Kandinsky zählten Paul Klee, Franz Marc, August Macke und weitere zu dieser illustren Runde.

Auch diese Gruppierung innerhalb des Expressionismus rang nach einer umfassenderen künstlerischen und expressiven Freiheit.

Die expressionistische Bewegung, mit all ihren vielfältigen Strömungen und Gruppierungen, revolutionierte die damalige Kunstszene. Sie stellte emotionalen und subjektiven Ausdruck über den bloßen Realismus.

Viele Mitglieder dieser Gruppen empfanden das städtische Leben als widersprüchlich.

Um tiefer in diese Epoche einzutauchen, lesen Sie weiter in unserem nächsten Artikel: Expressionismus: Themen, Künstler und das Nachkriegserbe.

Der Schrei. Edvard Munch. 1893

Den Grundstein legte zunächst eine Gruppe von vier deutschen Architekturstudenten – Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Sie alle vom Wunsch getrieben, Maler zu werden, gründeten in Dresden die Gruppe „Die Brücke“.

Diese Künstler, fasziniert von Edvard Munchs Werk, verfolgten das Ziel, eine „Brücke“ zwischen der neoromantischen deutschen Malerei und der modernen Kunst zu schlagen.

Die vier Gründungsmitglieder setzten intensiv auf die Druckgrafik. Sie sahen darin ein kostengünstiges und schnelles Medium, um Kunst für jedermann zugänglich zu machen.

Weitere Künstler schlossen sich der Gruppe an, darunter Emil Nolde.

In diesem Kontext gewann der Expressionismus merklich an Kraft und Sichtbarkeit.

Diese expressionistische Bewegung hatte eine tiefgreifende Wirkung auf die Art und Weise, wie Kunst geschaffen und wahrgenommen wurde.

Der Blaue Reiter. Wassily Kandinsky. 1903 (Expressionismus)

Neue Technologien und massive Urbanisierungsbemühungen veränderten die Weltanschauung des Einzelnen grundlegend. Der psychologische Abdruck dieser Entwicklungen spiegelte sich bei den Künstlern wider. Sie wandten sich von einer realistischen Darstellung des Gesehenen ab; stattdessen suchten sie nach einer emotionalen und psychologischen Wiedergabe, wie die Welt auf sie wirkte.

In den frühen Straßenszenen der Malerei finden sich Kompositionen voller Nachtclubs und wohlhabender Theaterbesucher. Zugleich zeigen sie eindringliche Bilder von Einsamkeit und Isolation.

Die Expressionisten, mit ihren vielfältigen Strömungen und Gruppierungen, revolutionierten die damalige Kunstszene, indem sie emotionalen und subjektiven Ausdruck über den Realismus stellten.

Der Blaue Reiter. Wassily Kandinsky. 1903 (Expressionismus)
Der Blaue Reiter. Wassily Kandinsky. 1903

Die Expressionisten, mit ihren vielfältigen Strömungen und Gruppierungen, revolutionierten die damalige Kunstszene, indem sie emotionalen und subjektiven Ausdruck priorisierten.


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