Selbstporträt von Frida Kahlo mit intensivem Ausdruck und direktem Blick, gekleidet in traditioneller mexikanischer Tracht in Blau- und Grüntönen.
Kunstwerke Archiv

Frida Kahlos Selbstbildnisse: Leidenschaften, Politik, das Erbe einer Ikone (Teil 2)

Frida Kahlos Selbstbildnisse: Leidenschaften, Politik, das Erbe einer Ikone (Teil 2)

A

Arthur

Historische Kuration

Teilen:

„Der Marxismus wird den Kranken Gesundheit bringen“ – ein Titel, der nachhallt. Dies ist eines ihrer allerletzten Gemälde.

Im letzten Jahr ihres Lebens war Frida stark gezeichnet, ihr Dasein nur noch durch Medikamente erträglich.

Fast ein Jahr lang konnte sie nicht malen. Das Gehen, die Bewegung, wurde zu einer echten Herausforderung.

Ein Rollstuhl wurde ihr zum Begleiter; nur so fand sie den Weg zurück in ihr Atelier. Eine stützende Bandage um ihren fragilen Körper gab ihr Halt.

Frida Kahlos Gemälde 'Der Marxismus wird den Kranken Gesundheit bringen' von 1954
Der Marxismus wird den Kranken Gesundheit bringen. 1954

Ihre tiefe Faszination für Selbstbildnisse? Sie wurzelte in der Zuneigung und dem Einfluss ihres Vaters.

Das von ihr gemalte Porträt Guillermo Kahlos ist mehr als nur ein Abbild; es ist eine Facette ihrer eigenen Persönlichkeit. Man munkelt, sie habe darin die vielschichtige Beziehung zwischen Fotografie und Malerei, die beider Werk durchzog, festgehalten.

Ihr Vater, Fotograf von Beruf, war ohne Zweifel ihr prägendster Einfluss. Er ermutigte sie stets zur Malerei.

„Mein Vater war für mich ein großes Beispiel an Zärtlichkeit, an Fleiß… und vor allem an Verständnis für all meine Probleme.“

Frida Kahlo malt ihren Vater Guillermo im Jahr 1951
Frida malt ihren Vater im Jahr 1951
Porträt von Guillermo Kahlo, dem Vater von Frida Kahlo
Porträt von Guillermo Kahlo

Frida Kahlos Selbstbildnisse: GALERIE

Frida liebte Farben.

In einem ihrer Tagebücher lüftet die Malerin das Geheimnis einiger Farbbedeutungen und ihrer Bezüge in ihren Werken.

Gelb beispielsweise stand für Wahnsinn, Furcht, Krankheit. Kobaltblau hingegen? Das war Elektrizität, Liebe, Reinheit.

Ihre einzigartige Kleidung – weit mehr als nur Stoff. Sie war für sie eine ganz persönliche Sprache, ein Weg, sich trotz Krankheit besser zu fühlen.

Ihr bevorzugter Stil, der sich in ihren Werken am häufigsten wiederfindet, war der typisch mexikanische aus Tehuantepec.

Die Frauen dieser Region lebten in einer matriarchalischen Gesellschaft. Sie beteiligten sich aktiv an der Mexikanischen Revolution. Dies unterstrich Fridas politische Haltung deutlich: Sie trat für die Unabhängigkeit der Frauen und der Nation ein.

Diese Kleidung erlaubte es ihr, ihr von Polio gezeichnetes Bein geschickt zu verbergen, ebenso wie den vom Unfall und den Operationen geschwächten Körper.

Auch Blumen lagen ihr sehr am Herzen. Vielleicht schmückte sie deshalb ihr Haar so oft mit ihnen.

Manche ihrer Frisuren folgten traditionellen Tehuana-Mustern; andere wiederum entwarf sie selbst, ganz nach eigenem Sinn.

Die Mexikanerin liebte es, ihr Haar mit kunstvollen Zöpfen und bunten Bändern hochzustecken. Rosen, Gänseblümchen, Chrysanthemen und Fuchsien schmückten es dann.

Sie erklärte einmal:  „Ich male Blumen, damit sie nicht sterben“ – Frida Kahlo.

Frida Kahlos Gemälde 'Die Zeit fliegt' von 1929
Die Zeit fliegt. 1929
Frida Kahlos Selbstporträt 'Fulang Chang und Ich' von 1937
Fulang Chang und Ich. 1937

Sie schrieb einst: „Die mächtigste Kunst des Lebens ist es, aus dem Schmerz einen heilenden Talisman zu schaffen, wie einen Schmetterling, der in einem Farbenfest neu erblüht!“ – Frida Kahlo.

Selbstporträt von Frida Kahlo, Dr. Eloesser gewidmet, von 1940
Selbstbildnis, Dr. Eloesser gewidmet. Frida Kahlo. 1940
Frida Kahlo in traditioneller Tehuana-Tracht mit Blumen im Haar

„Ich male mich selbst, denn ich bin allein. Und ich bin das Thema, das ich am besten kenne.“Frida Kahlo.

1948 verschlechterte sich Fridas Gesundheitszustand dramatisch. Dieses Selbstporträt blieb das einzige Gemälde, das sie in diesem gesamten Jahr fertigstellen konnte.

Darauf trägt sie die traditionelle Tehuana-Tracht, eine Kleidung, die Diego Rivera so sehr bewunderte.

Ihr Kleid wird von einer opulenten Spitzenkette umrahmt, die fast den gesamten Bildraum einnimmt. Sie scheint darin gefangen zu sein.

Ihr Gesicht wirkt seltsam ruhig, emotionslos, doch Tränen laufen über ihre Wangen.

Sie hielt fest: „Dieser ganze Gemütszustand spiegelt sich ganz natürlich in meinen Selbstbildnissen wider. Er ist der exakte Ausdruck meiner Emotionen.“

Selbstporträt 'Fridas Augen' von 1948, mit Tränen in den Augen, sehr bewegend
Fridas Augen. 1948. Bewegend, mit Tränen in den Augen.

Instagram

@arteeartistas
© 2016 - 2026 Arte e Artistas entwickelt von Agência WEB SolisyonAlle Rechte vorbehalten.