
Selbstporträt im Atelier – Francisco de Goya
Ein einzigartiger Blick auf Francisco de Goya, der sich selbst in seinem Atelier verewigte. Dieses intime Werk, das über Jahre entstand, offenbart nicht nur sein künstlerisches Schaffen, sondern auch seine persönliche Entwicklung.
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Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828), ein spanischer Maler und Grafiker, gilt als der letzte der alten Meister und zugleich als der erste der Moderne.
Das Subversive, das tief Subjektive in seiner Kunst, gepaart mit seiner kühnen Pinselführung, schuf einen wegweisenden Präzedenzfall für nachfolgende Künstlergenerationen, darunter Édouard Manet und Pablo Picasso.
Zweifellos errang Goya als Porträtmaler Ruhm, Anerkennung und mannigfaches Lob. Seine Porträts, oft in einer einzigen Sitzung vollendet, bestachen durch einen unnachahmlichen Realismus.
Es überrascht, dass er unter beinahe erstickenden Bedingungen über vier Jahre an diesem Werk arbeitete.
Dieses kleine Gemälde ist eines der seltenen Beispiele, in denen Goya sich selbst ganzfigurig darstellt.
Hier sehen wir ihn bei der Arbeit an einer großen, vertikalen Leinwand, die uns nur von hinten zugewandt ist. Vor einem breiten Fenster, das Licht hereinlässt, entsteht eine faszinierende visuelle Dynamik: Die Gestalt des Malers, der den Betrachter ansieht, hebt sich kühn vom Gegenlicht ab.
Dieses Selbstporträt beanspruchte ganze fünf Jahre bis zu seiner Vollendung.
Der Künstler malt hier in einem wahrhaft romantischen Stil.
Sein modischer schwarzer Zylinder harmoniert vortrefflich mit seinem schwarzen, an einen Matadorenrock erinnernden Mantel, dessen rotes Futter einen lebhaften Kontrast bildet.
In seiner linken Hand hält er eine Palette, auf der wir zehn Farbtöne geordnet sehen können, sowie etliche Pinsel. Seine rechte Hand führt den Pinsel, den er gerade benutzt.
Zu dieser Zeit war der spanische Maler bereits bestens vertraut damit, sich selbst darzustellen.
Tatsächlich: Wenn er nicht gerade Stierkämpfe, gekreuzigte Christusse, Soldaten spielende Knaben, Damen auf Schaukeln, die Heilige Familie oder Porträts bedeutender Persönlichkeiten – Königsfamilien, Grafen und Gräfinnen – malte, dann war er damit beschäftigt, sein eigenes Antlitz zu studieren.
Die meisten großen Künstler hinterließen eine Fülle von Selbstporträts. Lange vor der Ära der Selfies und anderer Formen der digitalen Sofortfotografie dienten diese ihnen als Medium, den Prozess des Alterns, die eigene Reifung und die stete Suche nach Selbsterkenntnis festzuhalten.
Technische Daten
Titel: Selbstporträt im Atelier
Künstler: Francisco de Goya
Jahr: 1790-1795
Epoche: Romantik
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 42 x 28 cm
Standort: Real Academia de Bellas Artes de San Fernando, Madrid (Spanien)
Es ist ein Selbstporträt, das den Maler bei der Arbeit an einer großen, vertikalen Leinwand zeigt, vor einem Fenster, durch das das Licht einfällt.
Der Künstler trägt einen schwarzen, modischen Zylinder und einen schwarzen, an einen Matadorenrock erinnernden Mantel mit rotem Futter.
In seiner linken Hand hält er eine Palette, in der rechten einen Pinsel.
Dieses Gemälde zählt zu den wenigen Beispielen, in denen Goya sich selbst in ganzer Figur darstellt.
Es ist ein Werk, das den Prozess des Alterns und der künstlerischen Reifung des Malers eindringlich aufzeigt.









