Ölgemälde von Théodore Géricault, das den Künstler in seinem Atelier zeigt; unvollendete Werke und persönliche Einblicke ergänzen die Szene.
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Théodore Géricault: Sein Vermächtnis, die letzten Jahre und Hauptwerke

Théodore Géricault: Sein Vermächtnis, die letzten Jahre und Hauptwerke

A

Arthur

Historische Kuration

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Ende 1821, nach seiner Rückkehr aus London – ungeachtet seines immensen künstlerischen Erfolges –, wurden die letzten Jahre seines Lebens von Turbulenzen überschattet.

Nach seiner London-Rückkehr wagte er sich an ein industrielles Vorhaben: die Gründung einer Fabrik zur Herstellung künstlich gefertigter Steine.

Der Plan scheiterte kläglich, was zu erheblichen finanziellen Schwierigkeiten führte; die wirtschaftliche Stabilität war dahin.

Zudem plagten ihn gesundheitliche Probleme, darunter wiederkehrende Ischiasanfälle und eine Lungenentzündung.

Doch diese Gebrechen waren nur der Anfang: Er versank in Depressionen, sein Verhalten wurde zusehends selbstzerstörerisch.

In dieser Zeit schuf er eine Reihe beunruhigender Porträts psychisch Kranker – Werke, die erst nach seinem Tod auf einem Dachboden entdeckt werden sollten.

Erstaunlicherweise verbrachte er über vier Jahre unter nahezu erstickenden Bedingungen an diesen Werken.

Der Tod Géricaults. Ary Scheffer. 1824

In seinen letzten Lebenstagen musste Géricault einen Tumor am unteren Ende der Wirbelsäule entfernen lassen, eine Folge dreier Reitunfälle, die sich im Frühjahr 1822 ereignet hatten.

Stets vom Körper als künstlerischer Inspirationsquelle fasziniert, lehnte er die Anästhesie ab; er wollte, mittels eines Spiegels, die Vorgänge am eigenen Leib verfolgen, während der Chirurg operierte.

Bald darauf erlag Géricault seinen vielfältigen Leiden.

Er starb am 26. Januar 1824 in Paris, Frankreich.

Sein Freund und Bewunderer Ary Scheffer hielt die Szene in einem Gemälde fest, das er Der Tod Géricaults nannte.

VERMÄCHTNIS

In der allgemeinen Wahrnehmung verkörperte Géricault bald die Vorstellung des „romantischen“ Künstlers im weitesten Sinne.

Bekannt für seinen zutiefst individualistischen, kühnen Geist, aber ebenso für das Leid und die Qualen, die er ertragen musste, spiegelt sich das teils sentimental anmutende Erbe seines Schaffens in den tragischen Darstellungen von Künstlern wie Vincent van Gogh und Amedeo Modigliani wider.

GALERIE – KOMMENTIERTE KUNST 

Géricault malte zahlreiche Pferde, und später offenbarte er seinem Lehrer Vernet: ‚Eines meiner Pferde hätte sechs Ihrer Pferde verschlungen.‘

Pferd, das einen Stall verlässt. Théodore Géricault. 1810

Der Kuss – Diese Kohlezeichnung fertigte der Künstler in einer Phase an, als er nach Italien reiste, um seine Kenntnisse und sein künstlerisches Können zu vertiefen.

Die robusten, muskulösen Körper lassen unverkennbar Michelangelos Einfluss erkennen, der Stil des Renaissance-Meisters klingt hier deutlich an.

Es ist eine Szene der Liebe und Hingabe eines Paares; der Künstler stellt sie auf einem Bett liegend dar, umgeben von großen Kissen und Vorhängen, die in Falten zum Boden fallen.

Der sitzende Mann küsst und umarmt eine von der Seite gesehene Frau, deren Körper fast parallel zur Bildebene liegt.

Der Künstler nutzte Kohle, um die Konturen der Figuren präzise herauszuarbeiten, wobei er Bereiche wie den Hals des Mannes, dessen Hand und das dem Betrachter nächste Bein besonders betonte.

Der Kuss. Théodore Géricauld. 1816-1817 – Kohle, Lavis und Gouache auf braunem Papier (20 x 27,4 cm) – Standort: Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid (Spanien)

Der Pferdemarkt. Théodore Géricault. 1817

Abenddämmerung – Dieses Gemälde gehört zu einer Reihe italienischer Landschaften, die jeweils eine bestimmte Tageszeit einfangen.

Sie stellen möglicherweise eine visuelle Äußerung von Géricaults Bedauern dar, Italien verlassen und nach Paris zurückgekehrt zu sein.

Die Werke vereinen den klassischen Einfluss von Claude Lorrain und Nicolas Poussin mit einer emotionalen, dramatischen Stimmung, die den aufkeimenden romantischen Stil des Künstlers bereits andeutet.

Abenddämmerung. Théodore Géricault. 1818

Porträt des Mustapha – Ein wesentlicher Aspekt der Romantik war die umfassende Übernahme orientalischer Themen in der Kunst.

Dieses Porträt zählt zu den anmutigsten, die Géricault im Laufe seiner Laufbahn schuf.

Es zeigte einen echten Türken namens Mustapha, der in Frankreich lebte.

Der Künstler traf ihn zufällig bei einem Spaziergang durch ein Pariser Viertel und bat ihn, ihm Modell zu stehen.

Porträt des Mustapha. Theodore Gericault. 1819-20


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