Realistisches Ölgemälde des Letzten Abendmahls, Jesus und die Apostel in Blau- und Rottönen um einen runden Tisch versammelt.
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Das Letzte Abendmahl – Leonardo da Vinci

Das Letzte Abendmahl – Leonardo da Vinci

A

Arthur

Historische Kuration

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Das Letzte Abendmahl zählt zu den ikonischsten und meistverehrten Schöpfungen des italienischen Renaissance-Genies Leonardo da Vinci.

Um 1498 vollendet, bannt dieses Wandgemälde jenen biblischen Augenblick, da Jesus seinen Jüngern die bevorstehende Verräterei eines von ihnen offenbart.

Die Komposition ist berühmt für ihre verblüffende Komplexität und da Vincis unübertroffenes Talent, die gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen und die feinsten Interaktionen zwischen den Figuren festzuhalten.

Das Letzte Abendmahl – Leonardo da Vinci
Das Letzte Abendmahl – Leonardo da Vinci

Das Letzte Abendmahl, geschaffen von Leonardo da Vinci, ist ein monumentales Wandgemälde. Es findet sich in der Stadt Mailand, Italien, genauer gesagt im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie.

Dieses Werk festigte, neben der Mona Lisa, seinen Ruf als Ausnahmemaler.

Es entstammt der Ära der Renaissance.

Den Auftrag hierzu erteilte Herzog Ludovico Sforza, ein großzügiger Mäzen des Künstlers.

Leonardo widmete sich diesem Werk zwischen 1495 und 1498. Und für jene, die es vielleicht nicht wissen: Es handelt sich hierbei nicht um ein echtes Fresko. Der Künstler vermied es bewusst, auf feuchtem Gips zu malen, da dies seine Arbeitszeit am Detail stark begrenzt hätte.

Stattdessen versiegelte er die Steinwand mit einer Schicht aus Harz und Kreide, um anschließend mit Temperafarben auf diesem präparierten Untergrund zu malen.

Obgleich diese Methode ihm eine Darstellung der Szene in feinster Detailtreue ermöglichte, erwies sie sich leider als wenig dauerhaft.

Schon wenige Jahre nach seiner Vollendung begann das Gemälde, sich zu zersetzen.

Wenngleich das Thema für die Refektorien jener Zeit traditionell war, verlieh Leonardos realistischer Stil und die dramatische Inszenierung der Figuren dem Werk eine nie dagewesene Tiefe und einen Realismus in der angewandten Perspektive, der alle nachfolgenden Darstellungen des Letzten Abendmahls maßgeblich prägen sollte.

Konkret zeigt Leonardos Werk den Augenblick, der unmittelbar auf Jesu Ankündigung folgt, dass einer der Anwesenden am Tisch ihn verraten werde.

Die zwölf Apostel reagieren darauf mit einer ganzen Palette von Emotionen: Entrüstung, Schock und tiefster Zweifel brechen aus ihnen hervor.

Interpretationen der damaligen Zeit, des Quattrocento, bezogen sich oft auf die Einsetzung der Eucharistie. Die Apostel, ordentlich entlang der Tafel platziert – nur Judas fiel durch seine Isolation auf –, schienen zu meditieren, während der Heilige Johannes seinen Kopf an die Seite Christi legte.

Leonardo aber wählte einen anderen Augenblick: jenen unmittelbar nach Christi Verkündigung: „Einer von euch wird mich verraten.“ Von den Worten des Meisters überrascht, lassen die in Dreiergruppen arrangierten Apostel ihren ersten Impulsen freien Lauf.

Von links nach rechts gliedern sich die Gruppen wie folgt:

Gruppe 1 – Bartholomäus, Jakobus (der Jüngere) und Andreas

Gruppe 2 – Petrus, Judas Iskariot und Johannes

Gruppe 3 – Thomas, Jakobus (der Ältere) und Philippus

Gruppe 4 – Matthäus, Thaddäus und Simon

Im Zentrum, feierlich und majestätisch, als Einziger in vollkommen frontaler Haltung, thront Christus, sein Haupt von der Helligkeit des Hintergrundfensters umrahmt. Jedes Element der Komposition lenkt den Blick unweigerlich auf ihn.

Selbst die Apostel, die rechts am Tischende ihre Köpfe jener Gestalt zuwenden, verweisen uns durch ihre Handbewegungen auf ihn.

Als unermüdlicher Beobachter und Perfektionist verbrachte Leonardo oft tagelang damit, das Werk unberührt zu lassen. Stattdessen stand er da, blickte, sann nach und prüfte die Figuren in stiller Einsamkeit.

Er war ein meisterhafter Beobachter und ein tiefgründiger Künstler, der seine Techniken unablässig studierte, über sie nachdachte und seine Gemälde immer wieder überarbeitete und retuschierte, stets im Streben nach Vollendung.

Dieses berühmte Gemälde wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert. Infolgedessen unterscheidet es sich heute erheblich von dem ursprünglichen Zustand, den der Künstler einst visionierte.

Dennoch bleibt seine immense Wirkung ungebrochen, und es provoziert bis heute lebhafte Diskussionen um seine Deutung.

Man hinterfragt beispielsweise die Abwesenheit bestimmter wichtiger Kirchensymbole, die Leonardo offenbar außer Acht ließ, darunter der Heilige Gral.


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