
Die schlafende Zigeunerin: Eine Betrachtung von Henri Rousseaus Werk
Die schlafende Zigeunerin: Eine Betrachtung von Henri Rousseaus Werk
„Die schlafende Zigeunerin“ ist ein faszinierendes Werk des französischen Künstlers Henri Rousseau, vollendet im Jahr 1897.
Rousseau, ein Autodidakt, berühmt für seinen naiven, fantasievollen Stil, entwirft hier eine geheimnisvolle, rätselhafte Szenerie.
Im Bild schlummert eine Zigeunerin inmitten üppiger Natur. Verschiedene mysteriöse Gestalten und Tiere beobachten sie.
Charakteristisch für das Werk sind Rousseaus lebendige Farbpalette und seine unverwechselbare Technik, die realistische Details mit einer beinahe traumhaften Sensibilität verknüpft.
Die schlafende Zigeunerin zählt zu den Schlüsselwerken des französischen Künstlers Henri Rousseau. Man kennt ihn als Primitivisten, dessen reine Ausdruckskraft die Unschuld eines Kindes widerspiegelte – gänzlich unbeeinflusst von akademischen Zwängen.
Weil dieses Gemälde von seinen üblichen Sujets abwich, hielten es viele für eine Fälschung. Einige schrieben es sogar André Derain zu.
Die mondbeschienene Szene spielt in einer Wüste bei Vollmond. Eine Frau mit afrikanischen Zügen schläft dort, eine Mandoline und ein Krug liegen neben ihr. Unbehelligt und völlig unversehrt von einem neugierigen Löwen, der sie akribisch beäugt.
Harte Linien, die flache Perspektive, eine akribisch ausgeführte, beinahe kindliche Anatomie und die charakteristische Farbgebung verleihen dem Gemälde seinen surrealistischen Anstrich.
Doch die Geschichte birgt ein bizarres Detail: Die Frau, die eine Zigeunerin zu sein scheint, trägt orientalische Gewänder. Dies legt die Vermutung nahe, dass Rousseau sich beim Schaffen dieses Bildes von den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht inspirieren ließ, die ab Mitte der 1880er-Jahre in verschiedenen vollständigen Übersetzungen erschienen waren.
Als Rousseau das Gemälde 1897 fertigstellte, versuchte er, es in seiner Heimatstadt Laval, 320 Kilometer südwestlich von Paris gelegen, zu verkaufen.
Erst 1924, vierzehn Jahre nach dem Tod des Künstlers, fand man das Werk in einem Pariser Kohlenlager wieder – wahrlich kein idealer Ort für ein Ölgemälde.
Seit ihrem ersten Auftritt im 13. Salon des Indépendants wechselte die Malerei durch mehrere Hände. Schließlich erwarb sie der Kunsthistoriker Alfred H. Barr Jr. für das Museum of Modern Art in New York (MoMA). Als das MoMA das Werk in den 1930er-Jahren ankaufte, hatten Kunsthändler und Vorbesitzer das Gemälde bereits gereinigt, repariert und neu firnisiert.
Nach der Aufnahme in die MoMA-Sammlung gelangte die Leinwand ins Restaurierungsatelier zur genauen Inspektion.
Beim ersten umfassenden Eingriff seit Jahrzehnten schlüpfte der Gemälderestaurator Michael Duffy in die vielseitigen Rollen von Detektiv, Wissenschaftler und Künstler. Er durchforstete Archive nach Aufzeichnungen früherer Behandlungen, röntgte das Gemälde erstmals, um unerwartete, unter der Oberfläche verborgene Kompositionen aufzuspüren, und entfernte fast ein Jahrhundert an vergilbten Firnisschichten, um Rousseaus ursprüngliche Farben freizulegen.
Heute ist es eines der ikonischsten und begehrtesten Werke bei Museumsbesuchen in diesem berühmten Kunsthaus.









