Ölgemälde in hellen, fröhlichen Tönen, das Joaquín Sorolla in seinem Atelier zeigt, mit Familienporträts und Naturdarstellungen im Hintergrund.
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Joaquín Sorolla: Die Festigung seines Stils und die nationale Anerkennung

Joaquín Sorolla: Die Festigung seines Stils und die nationale Anerkennung

A

Arthur

Historische Kuration

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Im September 1888 kehrt Sorolla nach Spanien zurück. Dort heiratet er Clotilde García del Castillo, die Tochter des Fotografen Antonio García.

Das Paar zieht erneut nach Italien, verbringt die Zeit bis 1889 in Assisi, bis sein Stipendium ausläuft.

Zurück in Spanien beginnt für ihn eine Phase der künstlerischen Festigung. Sorolla sucht nach seinem ganz eigenen Ausdruck.

Zwar lassen sich Ähnlichkeiten zum Impressionismus erkennen, doch sein Stil unterscheidet sich durch längere Pinselstriche, die nicht jenen der Impressionisten gleichen.

Auch Schwarz, von Impressionisten oft als „Nicht-Farbe“ abgetan, findet bei Sorolla Verwendung.

Für ihn sind Costumbrismo – eine künstlerische Strömung, die Sitten und Gebräuche darstellt – und das Licht elementar. Die Impressionisten hingegen konzentrieren sich fast ausschließlich auf das Licht selbst.

Am Ende des 19. Jahrhunderts fühlt sich Sorolla dem Naturalismus näher. Er nutzt Licht und Farbe, um die Wirklichkeit unverfälscht darzustellen.

Mit seiner Frau Clotilde zieht Sorolla nach Madrid, erhofft sich dort bessere künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten.

1895 erblickt die jüngste Tochter Elena in Valencia das Licht der Welt. Das weckt Sorollas Interesse am Thema Kinder, ein Motiv, das er fortan immer wieder – und mit großem Erfolg – aufgreifen wird.

In dieser Zeit erweist sich auch Sorollas Freund Aureliano Beruete als entscheidende Figur.

Beruete schlägt ihm vor, sich der Porträtmalerei zu widmen. Er sieht darin großes Potenzial für Sorolla – und behält Recht. Der Erfolg ist da.

Zu dieser Zeit genießt er bereits hohes Ansehen. Persönlichkeiten aus Finanzwelt, Kunst und Politik lassen sich gerne von ihm porträtieren.

Gemälde von Joaquín Sorolla, das eine Sonntagsgesellschaft am Strand darstellt.
Sonntagnachmittag. Joaquín Sorolla. 1903

Neben den Auftragsporträts für private Kunden kommen jene für die Hispanic Society hinzu. Gleichzeitig entwickelt er sich zu einem echten Kosmopoliten.

Er bereist Europa, trifft die großen Maler seiner Zeit, knüpft Freundschaften, selbst zu Avantgardekünstlern.

Sorollas Drang, sich nicht auf ein einziges Thema festlegen zu lassen, führt ihn auf Reisen durch Spanien. Er sucht nach neuen Lichttönen und unverwechselbaren Farben, besonders am Strand von Valencia – was er in den Folgejahren intensiv tut. Dabei fertigt er Skizzen von verschiedensten Menschen und Landschaften an.

Ab 1903 zeigen seine Werke eine bemerkenswerte Farbkraft.

Er malt starke Kontraste: leuchtendes Gelb, Ultramarinblau, Smaragdtöne. Das Ergebnis? Eine überwältigende Realitätsnähe.

Schatten gibt Sorolla, wie die Impressionisten, in Blau- und Violettönen wieder.

Dennoch verzichtet er auf die kurzen Pinselstriche. Auch mischt er, anders als viele seiner Zeitgenossen, seine Farben weiterhin auf der Palette – gut zu sehen etwa in Sonntagnachmittag und anderen Werken.

Im Jahr 1906 schafft er in nur fünf Monaten siebzehn Porträts.

Darunter Mitglieder des Königshauses. Ein eindeutiger Beweis für seine enorme Popularität.

Gemälde von Joaquín Sorolla, das Maria Christina von Habsburg beim Schwur zeigt.
Der Eid von Maria Christina von Habsburg. Joaquín Sorolla. 1906

Um den weiteren Verlauf seiner Laufbahn zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Joaquín Sorolla – Biografie: Sein Vermächtnis, große Aufträge und eine Galerie seiner Werke.


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