Ölgemälde von Joaquín Sorolla, das eine spanische Familie in einer häuslichen Szene mit hellen, fröhlichen Farbtönen darstellt.
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Joaquín Sorolla: Sein Erbe, große Aufträge und eine Werkgalerie

Joaquín Sorolla: Sein Erbe, große Aufträge und eine Werkgalerie

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Arthur

Historische Kuration

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Dieser Meister pinselte einst sogar die Decke der berühmtesten Kapelle der Welt.

Überraschend: Dafür brauchte er über vier Jahre, oft unter nahezu erstickenden Bedingungen.

Im Jahr 1911 vertraut der hispanisch-amerikanische Milton Huntington Joaquín Sorolla einen ganz besonderen Auftrag an, der die letzten Jahre seines Lebens beanspruchen sollte: die Gestaltung eines großen rechteckigen Raumes für die Hispanic Society. Diese war zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet worden, um die spanische Kultur in den Vereinigten Staaten zu verbreiten.

Sorolla sollte hier eine Reihe von Tafeln vollenden, die Spaniens Provinzen illustrierten und deren Eigenheiten durch Landschaften und Menschenleben darstellten.

Der Raum, ursprünglich als Bibliothek gedacht, wurde schließlich in die „Sala Sorolla“ umgewandelt – sie beherbergt vierzehn großformatige, in Öl gemalte Tafeln.

Diese wurden dann posthum 1926 montiert.

Diese Serie, deren Entwürfe Sorolla 1911 begann, fand ihre Vollendung erst 1919. Die Ausführung führte den Künstler acht Jahre lang quer durch Spanien, wo er malte und skizzierte, um das Projekt zu realisieren.

1913, obwohl er weiterhin unterschiedliche Maltechniken anwandte, begann er, die Tafeln direkt in der Natur zu malen.

Im Folgejahr entstanden fünf Tafeln. 

1915 folgten vier weitere, 1917 dann nur noch eine einzige.

Zwischen November 1918 und Januar 1919 vollendete er ein weiteres Panel, und schließlich, im selben Jahr 1919, schuf er das letzte der großen Bilder: Die Thunfischjagd (Ayamonte).

Im Großen und Ganzen füllte dieses kolossale Werk die letzten Jahre seines aktiven Lebens aus; 

Er selbst bezeichnete es als sein „Lebenswerk“, ein Ausdruck, der in erhaltenen Schriften immer wieder auftaucht.

Am 29. Juni 1919 telegrafierte Sorolla seiner Familie aus Ayamonte, dass er sein letztes Gemälde vollendet habe.

Leider konnte Sorolla die Reise nach New York zur Montage der Tafeln nicht antreten; am 17. Juni 1920 erlitt er einen Schlaganfall. 

Seine Erkrankung verhinderte die Übergabe des Werkes und die vereinbarte Bezahlung.

Als Folge des Schlaganfalls verstarb Joaquín Sorolla am 10. August 1923 in Cercedilla, in der Provinz Madrid.

Nach seinem Tod löste die Hispanic Society of America den Vertrag auf, und die Sala Sorolla wurde erst am 16. Januar 1926 feierlich eröffnet.

DER KÜNSTLER UND SEIN WERK

Autorporträt von Joaquín Sorolla, 1905, ein ausdrucksstarkes Werk
Selbstporträt. 1905

Sorolla erklärte:

„Ich hasse die Dunkelheit“, hat Claude Monet einmal gesagt; generell sei die Malerei nicht hell genug.

Ich stimme ihm da völlig zu.

Doch wir Maler können das Sonnenlicht, wie es wirklich ist, niemals exakt wiedergeben, wir können der Wahrheit nur nahekommen.

Sorolla gilt als das Paradebeispiel des spanischen Impressionismus, seine Interpretation beruht auf der absoluten Dominanz von Licht und der Bewegung der Figuren.

Veränderungen in der Lichtintensität können Farben verwandeln, Formen weichzeichnen.

Sorollas Farben sind rein – unvermischt – mit kurzen, nebeneinandergesetzten Pinselstrichen, die die Brillanz noch steigern.

Sein Œuvre überrascht durch seinen schieren Umfang: Fast dreitausend Gemälde und über zwanzigtausend Zeichnungen und Skizzen.

Zwar erkennen wir impressionistische Ästhetik in seinem Schaffen, doch kein Zweifel: Das Studium von Diego Velázquez und Francisco de Goya prägte seinen Bildaufbau und seine Themenwelt nachhaltig.

Sorolla entwickelte eine neue Technik: dicker Farbauftrag, der die leuchtende Vibration des Mittelmeerhimmels, die sich blähenden Segel, den Sand und vor allem die feuchten Kinderkörper in seinen valencianischen Strand- und Fischerszenen wunderbar einfängt.

Gemälde von Joaquín Sorolla, 'Passeando à beira-mar' (Spaziergang am Meer), eine Frau in Weiß mit Sonnenschirm am Strand, 1909.
Spaziergang am Meer. Joaquín Sorolla. 1909

GALERIE – KOMMENTIERTE KUNSTWERKE

Die andere Marguerite – Dieses Gemälde brachte ihm 1892 die Goldmedaille auf der  Exposición Nacional de Bellas Artes ein.

Das Werk stellt eine Szene nach, die der Künstler auf einer Reise beobachtete: eine Mutter, die ihr Kind ermordet hatte, wird von zwei Militärpolizisten in einem Eisenbahnwagen ins Gefängnis gebracht.

Die Dramatik der Szene tritt deutlich hervor, verstärkt durch die Ausdrücke und Gesten der Figuren.

Licht spielt in der Komposition eine überaus wichtige Rolle.

Um dieses Gemälde fertigzustellen, mietete Sorolla für fünfzehn Tage einen Eisenbahnwagen dritter Klasse.

Gemälde von Joaquín Sorolla, 'Die andere Marguerite', zeigt eine Frau in einem Zugabteil mit Polizisten, 1892.
Die andere Marguerite. Joaquín Sorolla. 1892

Mutter – das Gemälde, das Clotilde mit ihrer Tochter Elena zeigt.

Es ist eine sehr einfache, doch wirkungsvolle Komposition, die Blautöne nutzt, um Clotildes erschöpftes Gesicht nach der Geburt darzustellen.

Das Kind hingegen erstrahlt in Rosatönen und erzeugt so einen strahlenden Effekt.

Der Glanz geht vom Bett aus, einer weichen Masse aus weißem Licht, umrahmt von einer hellgrauen Wand.

Eine schmale Palette von Grautönen beherrscht das Bild, doch der Künstler setzte auch Gelb- und Grüntöne ein, um Volumen zu suggerieren – eine Technik, die in seinem sonst so farbenfrohen Werk eher selten vorkommt.

Von diesem Zeitpunkt an werden Darstellungen seiner Familie in verschiedenen Lebensphasen häufiger in seinem Werk erscheinen.

Gemälde von Joaquín Sorolla, 'Mutter', zeigt eine Frau im Bett mit einem Baby, zarte Farbtöne, 1895.
Mutter. Joaquín Sorolla. 1895

Das prägende Merkmal von Sorollas Porträts ist die Intimität, mit der der Künstler seine Modelle darstellt – es ist, als würde der Betrachter sie persönlich kennen.

Stets versucht er, die Aufmerksamkeit auf das Gesicht zu lenken, welches im Vergleich zu Kleidung und Hintergrund oft stärker beleuchtet ist.

Eine deutliche Grundstruktur ist erkennbar, doch die Pinselstriche wirken stets locker.

Porträtgemälde von Raquel Meller von Joaquín Sorolla, eine Frau mit elegantem Hut und intensiver Miene, 1918.
Porträt von Raquel Meller. Joaquín Sorolla. 1918

GALERIE

Historisches Gemälde von Joaquín Sorolla, 'Pater Jofré beschützt einen Geisteskranken', zeigt eine Gruppe von Figuren in einer dunklen Szene, 1887.
Pater Jofré beschützt einen Geisteskranken. Joaquín Sorolla. 1887
Meisterwerk von Joaquín Sorolla, 'Valencianische Fischer', fängt die Bewegung von Fischern und Booten am Strand ein, 1895.
Valencianische Fischer. Joaquín Sorolla. 1895
Sonnenverwöhntes Gemälde von Joaquín Sorolla, 'Sommer', zeigt eine Frau mit einem Kind am Meer, helle, sommerliche Farben, 1904.
Sommer. Joaquín Sorolla. 1904
Maritimes Gemälde von Joaquín Sorolla, 'Das weiße Boot', zeigt ein Segelboot im Wasser mit leuchtenden Reflexionen, 1905.
Das weiße Boot. Joaquín Sorolla. 1905
Gartenlandschaft von Joaquín Sorolla, 'Spätnachmittag im Garten des spanischen Bauernhauses', mit leuchtenden Blumen und mediterraner Atmosphäre, 1909.
Spätnachmittag im Garten des spanischen Bauernhauses. Joaquín Sorolla. 1909
Autorporträt von Joaquín Sorolla, zeigt den Künstler mit Pinsel und Palette, ernsthafter Ausdruck, 1909.
Selbstporträt. Joaquín Sorolla. 1909


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