Bronzeporträt von Ludwig van Beethoven mit Brille und Schnurrbart, ernst und nachdenklich blickend, vor neutralem Hintergrund.
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Ludwig van Beethovens Biografie: Die heroische Phase und der Kampf gegen die Taubheit (Kapitel 2)

Ludwig van Beethovens Biografie: Die heroische Phase und der Kampf gegen die Taubheit (Kapitel 2)

A

Arthur

Historische Kuration

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Beethoven, ein österreichischer Komponist, prägte das 18. und frühe 19. Jahrhundert.

Bis heute gilt er als eine der überragendsten Persönlichkeiten der klassischen Musikgeschichte.

Beethovens Porträt von Willibrord Joseph Mähler. 1804

Obwohl lebhaft darüber gestritten wird, welches seiner frühen Klavierkonzerte er an jenem Abend vortrug, sind sich die meisten Gelehrten einig: Es war wohl sein sogenanntes „erstes“ Klavierkonzert in C-Dur.

Kurz darauf fasste er den Entschluss, eine Reihe von drei Klaviertrios als sein Opus 1 herauszugeben. Kritiker wie auch die Kassen feierten es als durchschlagenden Erfolg.

Im Jahre 1800 hob Beethoven seine 1. Symphonie in C-Dur im Kaiserlichen Hoftheater zu Wien aus der Taufe.

Später verachtete Beethoven das Werk zwar regelrecht – „Damals verstand ich noch nicht, zu komponieren“, soll er geäußert haben –, doch diese anmutige, melodiöse Symphonie etablierte ihn unzweifelhaft als einen der gefeiertsten Komponisten Europas.

Es war eine Zeit des unermüdlichen Schaffens: Stück um Stück, das seine musikalische Reife bezeugte und ihn als meisterhaften Komponisten kennzeichnete.

Seine 1801 veröffentlichten Sechs Streichquartette legen beredtes Zeugnis ab vom vollendeten Können in der anspruchsvollsten und höchstgeschätzten Wiener Form, die von Mozart und Haydn einst maßgeblich geprägt wurde.

Ebenfalls 1801 entstand Die Geschöpfe des Prometheus, ein äußerst populäres Ballett, das im Kaiserlichen Hoftheater ganze 27 Aufführungen erlebte.

Etwa um diese Zeit machte er eine erschütternde Entdeckung: Sein Gehör schwand.

An der Schwelle zum 19. Jahrhundert fiel es Beethoven zunehmend schwer, den Worten im Gespräch zu folgen.

In einem erschütternden Brief aus dem Jahr 1801 an seinen Freund Franz Wegeler offenbarte er: „Ich muss bekennen, dass ich ein elendes Leben führe. Seit beinahe zwei Jahren meide ich alle gesellschaftlichen Anlässe, einzig, weil es mir unmöglich ist, den Menschen zu sagen: Ich bin taub. Hätte ich irgendeinen anderen Beruf, so könnte ich mit meiner Krankheit wohl umgehen, doch in meinem Metier ist dies ein entsetzliches Gebrechen.“

Zwischen 1803 und 1812, in der sogenannten heroischen Phase, entwarf er unaufhörlich: Eine Oper, sechs Symphonien, vier Solokonzerte, fünf Streichquartette, sechs Streichsonaten, sieben Klaviersonaten, fünf Sätze von Klaviervariationen, vier Ouvertüren, vier Trios, zwei Sextette und 72 Lieder. Ein schier unglaubliches Pensum!

Die bekanntesten darunter: die ergreifende Mondscheinsonate, die Symphonien Nr. 3-8, die Kreutzer-Violinsonate und Fidelio , seine einzige Oper.

Beethovens Porträt von Joseph Karl Stieler. 1820

Trotz seines unermüdlichen Schaffens und der Fülle wunderschöner Musik blieb Beethoven im Erwachsenenalter oft einsam und zutiefst unglücklich.

Explosiv, zerstreut, gierig und bis zur Paranoia misstrauisch – er zerstritt sich mit Brüdern, Verlegern, Haushälterinnen, Schülern und Gönnern gleichermaßen.

Aus vielerlei Gründen, darunter seine ausgeprägte Schüchternheit, heiratete Beethoven nie und blieb kinderlos.

Dennoch hegte er eine verzweifelte Liebe zu einer verheirateten Frau namens Antonie Brentano.

Zwei Tage lang, im Juli 1812, verfasste Beethoven ihr einen langen, wunderschönen Liebesbrief. Abgeschickt hat er ihn nie.

Gerichtet „An Dich, meine unsterbliche Geliebte“, hieß es darin unter anderem: „Mein Herz ist voll von so vielem, was ich Dir zu sagen habe – ach – es gibt Augenblicke, da fühle ich, dass das Wort nichts taugt – Muntere Dich – bleibe mein treuer, mein einziger Schatz, mein Alles, wie ich der Deine bin.“

Während er einige seiner bedeutendsten Werke schuf, rang er gleichzeitig mit einem schockierenden, grausamen Fakt: Er verlor sein Gehör. Ein Umstand, den er verzweifelt zu verbergen suchte.

Fast wundersam, ja beinahe unbegreiflich: Trotz seiner rapide fortschreitenden Taubheit schuf Beethoven weiter in einem rasenden Tempo.

Was die schiere Fülle an überraschend komplexer, origineller und schlichtweg wunderschöner Musik angeht, so ist diese Lebensphase Beethovens in der gesamten Kompositionsgeschichte ohne Vergleich. Einzigartig!

Tod und Vermächtnis

Um den weiteren Verlauf dieser Reise zu ergründen, tauchen Sie ein in unseren nächsten Artikel: Ludwig van Beethovens Biografie: Unsterbliches Vermächtnis und die großen Werke (Das letzte Kapitel).


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