
Kasimir Malewitsch und der Suprematismus: Eine neue Kunst entsteht (Teil 1)
Kasimir Malewitsch und der Suprematismus: Eine neue Kunst entsteht (Teil 1)
Kasimir Malewitsch, ein herausragender russischer Künstler, rief die Kunst- und philosophische Schule des Suprematismus ins Leben. Seine bahnbrechenden Gedanken über Form und Sinn in der Kunst legten den Grundstein für die theoretischen Fundamente der abstrakten Kunst. Malewitsch erprobte sich in unterschiedlichsten Stilen. Doch seine bedeutendsten, ja berühmtesten Werke widmeten sich der Auseinandersetzung mit reinen geometrischen Formen – Quadraten, Dreiecken, Kreisen – und ihren Wechselbeziehungen, ihrer Position im Bildraum. Dank seiner Verbindungen zum Westen verbreitete er seine Malereikonzeptionen auch unter Künstlerkollegen in Europa und den Vereinigten Staaten, was die Entwicklung der modernen Kunst nachhaltig prägte.
Im Jahr 1904 zog Malewitsch nach Moskau. Dort besuchte er die Stroganow-Kunstschule. Zudem erhielt er Privatunterricht bei Iwan Rerberg, einem angesehenen Kunstlehrer. Während dieser Zeit setzte Malewitsch seine Ausbildung an der Moskauer Schule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst fort. Dort vermittelten ihm Künstlergrößen wie Leonid Pasternak und Konstantin Korowin die Maltechniken des Impressionismus und Post-Impressionismus. Seine frühen Werke entstanden maßgeblich unter dem Einfluss des Symbolismus und des Jugendstils.
Ab 1907 vollzog sich in seinem Schaffen ein Wandel hin zu einer deutlich avantgardistischeren Ästhetik. Kasimir begegnete Künstlern wie Wassily Kandinsky, David Burliuk und Michail Larionow. Letztere luden ihn 1910 zur Teilnahme an ihrem Ausstellungskollektiv, dem „Karo-Bube“, ein. Er engagierte sich auch in diversen Künstlergruppen, die sich den Philosophien der primitivistischen, kubistischen und futuristischen Kunst verschrieben hatten. Nach dem Bruch mit Larionow übernahm Malewitsch eine führende Rolle im Verbund der futuristischen Künstler, bekannt als Union der Jugend (Sojus Molodeschi), mit Sitz in Sankt Petersburg.
BIOGRAFIE

Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch kam am 23. Februar 1879 nahe Kiew in der Ukraine zur Welt. Sein Vater fand Arbeit in einer Zuckerfabrik und beim Eisenbahnbau; der Sohn half in seinen frühen Teenagerjahren ebenfalls mit. Ohne jegliche besondere Förderung durch seine Familie begann Kasimir etwa mit zwölf Jahren zu zeichnen.
1895 begann er seine Ausbildung an der Kiewer Kunstschule. Seine künstlerische Laufbahn stand fest. Daher besuchte er fortan diverse Kunstschulen.
Zwischen 1912 und 1913 begann Malewitsch, die Kernelemente des Analytischen Kubismus mit denen des Italienischen Futurismus zu verschmelzen. Das Ergebnis: eine dynamische, geometrische Dekonstruktion der Figuren im Raum.

Im Jahr 1915 legte er den Grundstein für den Suprematismus, als er sein Manifest „Vom Kubismus zum Suprematismus“ herausgab. Er verabschiedete sich darin gänzlich von figurativen Elementen in seiner Malerei und wandte sich der reinen Abstraktion zu.
Um den weiteren Verlauf dieser Entwicklung zu begreifen, laden wir Sie ein, unseren nächsten Artikel zu lesen: Kasimir Malewitsch und der Suprematismus: Die Festigung der abstrakten Vision (Teil 2).
Doch die Geschichte birgt eine kuriose Einzelheit: Malewitsch zählte zu den ersten Künstlern, deren Werke vordergründig ohne explizite Bedeutung auskamen, die aber dennoch starke Emotionen und Reaktionen beim Betrachter hervorrufen konnten.
Dieser revolutionäre Ansatz in der abstrakten Kunst veränderte nicht nur das Denken über Kunst. Er ebnete auch den Weg für eine neue Künstlergeneration, die danach strebte, unbekannte Kreativitätsgrenzen zu ergründen.
Heutzutage gilt Malewitschs Werk als eines der bedeutendsten in der Geschichte der modernen Kunst. Sein Einfluss reicht weit: von der Konzeptkunst bis zur elektronischen Musik.









