Abstraktes Ölgemälde von Max Ernst, surrealistische Elemente in rauchigen Blau- und Brauntönen, mit geometrischen Formen.
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Max Ernst Biografie: Frühe Jahre und die Dadaistische Revolution

Max Ernst Biografie: Frühe Jahre und die Dadaistische Revolution

A

Arthur

Historische Kuration

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Max Ernst war ein deutscher Maler, Bildhauer, Grafiker und Dichter. Er entwickelte sich zu einer Schlüsselfigur der europäischen Moderne im frühen und mittleren 20. Jahrhundert und wurde zu einem Wegbereiter des Dadaismus und Surrealismus.  Das Grauen der beiden Weltkriege, das er selbst erlebte, prägte viele seiner Werke tief.

BIOGRAFIE

Max Ernst kam am 2. April 1891 in der kleinen rheinischen Stadt Brühl bei Köln zur Welt. Er war das dritte von neun Kindern einer katholischen bürgerlichen Familie. Sein Vater Philipp, ein strenger Lehrer für Gehörlose und leidenschaftlicher Amateurmaler, erweckte in Max eine Neigung, Autoritäten zu hinterfragen, während Philipps eigenes Interesse an Malerei und Naturstudien den Sohn früh zur Kunst bewegte.

Selbstporträt. 1909

1909 schrieb er sich an der Universität Bonn ein, wo er Philosophie, Kunstgeschichte, Literatur, Psychologie und Psychiatrie studierte. Er besuchte Irrenanstalten und war fasziniert von der Kunst psychisch Kranker; im selben Jahr begann er auch selbst zu malen, skizzierte im Garten des Brühler Schlosses und fertigte Porträts seiner Schwester und von sich an.

1911 lernte er August Macke kennen und schloss sich der Künstlergruppe Die Rheinischen Expressionisten an. Dieser Moment markierte seinen Entschluss, Künstler zu werden.

1912 besuchte er die Kölner Sonderbund-Ausstellung, wo er mit Werken von Pablo Picasso sowie der Postimpressionisten Vincent van Gogh und Paul Gauguin in Berührung kam. Diese Künstler prägten seine künstlerische Herangehensweise maßgeblich.

1914 begegnete er in Köln Hans Arp. Schnell entwickelten sie eine tiefe Freundschaft und wurden Weggefährten im Dadaismus – eine Verbindung, die über viele Jahre halten sollte.

Nachdem Ernst seine Studien im Sommer desselben Jahres abgeschlossen hatte, wurde sein Leben jäh vom Ersten Weltkrieg unterbrochen. Er wurde eingezogen und diente vier Jahre lang sowohl an der West- als auch an der Ostfront. Für eine kurze Zeit an der Westfront war Ernst jedoch mit der Kartografie betraut, eine Aufgabe, die es ihm ermöglichte, weiterhin zu malen. Zahlreiche deutsche expressionistische Maler fanden im Krieg den Tod, darunter August Macke und Franz Marc.

1918 kehrte er ins Zivilleben zurück und nach Köln. Bald heiratete er die Kunstgeschichtsstudentin Luise Straus, die er bereits 1914 kennengelernt hatte.

1919 besuchte Ernst Paul Klee in München und setzte sich mit Gemälden von Giorgio de Chirico auseinander, deren Tiefgang ihn zutiefst beeindruckte. Im selben Jahr schuf er, teils inspiriert von de Chirico, teils durch das Studium von Versandhauskatalogen, Lehrmaterialien und ähnlichen Quellen, seine ersten Collagen. Eine Technik, die seine künstlerische Arbeit in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen sollte. Ebenfalls 1919 gründeten Ernst und mehrere Kollegen die Gruppe Cologne Dada und organisierten daraufhin dadaistische Ausstellungen.

Ernsts Ehe mit Luise war kurzlebig. Sie bekamen einen Sohn, Ulrich 'Jimmy' Ernst, geboren am 24. Juni 1920, der später ebenfalls Maler wurde.

1921 traf er Paul Éluard, der ein lebenslanger, enger Freund werden sollte. Ein Jahr später begegneten die beiden André Breton.

1922, ohne die nötigen Papiere, reiste Ernst illegal nach Frankreich ein. Er zog zu Paul Éluard und dessen Frau Gala Éluard in den Pariser Vorort Saint-Brice und ließ dabei seine eigene Frau und seinen Sohn zurück.

1923 zogen die Éluards in ein neues Haus in Eaubonne bei Paris, wo Ernst mehrere Wandbilder malte. Während seines Aufenthalts in Paris adaptierte Max Ernst die Theorien von Sigmund Freud als ein vereinheitlichendes Paradigma, das die theoretischen, technischen, textuellen und visuellen Komponenten seiner Kunst untermauerte. Im selben Jahr wurden seine Arbeiten im Salon des Indépendants ausgestellt.

1924 brach er abrupt auf, zunächst nach Monaco, dann nach Saigon in Vietnam, und ließ das Ehepaar Éluard zurück. Ende 1924 kehrte er nach Paris zurück und unterzeichnete bald darauf einen Vertrag mit Jacques Viot, der ihm ermöglichte, sich ganz der Malerei zu widmen.

Um den weiteren Verlauf dieser Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Max Ernst Biografie: Surrealismus, Exil und ein innovatives künstlerisches Erbe.


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